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Neunkircher 80s Rock Revival – Fünf Bandlegenden treffen wieder aufeinander

Eigentlich sollte auf dem Stadtfest in Neunkirchen bereits am Sommeranfang Rockgeschichte geschrieben werden. Die Hitzewelle hat dies aber glühend vereitelt – im August holen fünf Bands das aber nach, mit freiem Eintritt und jeder Menge unverwüstlicher Riffs.

Ende Juni musste das Stadtfest Neunkirchen wegen einer Hitzewelle mit über 40 Grad ausfallen. Wir erinnern uns an die Rekordmeldungen mit wirklich kaum enden wollenden heißen Tagen. Mit der Hitze verschwand leider auch ein Programmpunkt, für den mehrere lokale Rockbands bereits gebucht waren: das „Neunkircher 80s Rock Revival“. Am Samstag, dem 22. August, holt die Stadt das nach. Und wie.

„Das Rockkonzert mit Neunkircher Bands auf dem Stummplatz wird eine tolle Veranstaltung. Die Absage des Stadtfestes ist uns allen schwergefallen. Das Fest hat eine wichtige Bedeutung für viele Neunkircherinnen und Neunkircher. Daher freut es mich besonders, dass es im August ein solches Highlight in der Innenstadt gibt“, sagt Oberbürgermeister Jörg Aumann. Tim Masson, Leiter der Veranstaltungsabteilung der Neunkircher Kulturgesellschaft, erklärt den Hintergrund: „Nach den begeisterten Reaktionen auf die Ankündigung des Neunkircher 80s Rock Revivals im Rahmen des leider wegen der extremen Hitze ausgefallenen Stadtfestes und nachdem sich die beteiligten Bands extra für diesen Auftritt wieder zusammengefunden haben, wollten wir den Bands und dem Publikum unbedingt eine kleine Entschädigung bieten.“ Aus terminlichen Gründen fehlt die Band Violence, die ursprünglich mit im Line-up stand – dafür komplettieren TNT und die Blies Blues Band jetzt das Programm. Am Nachmittag gibt es ein kleines Rahmenprogramm, und Neunkircher Vereine dürfen ohne Standgebühr Essen und Getränke verkaufen, um nach der Absage des Stadtfestes wenigstens etwas für die eigene Vereinskasse herauszuholen.

TNT – Foto: Michael Hary

Den Abend beschließt TNT als Headliner – und die haben schon jetzt so richtig Lust. Die Band gilt als einer der besten AC/DC-Tribute-Acts und hat einen Auftritt vorzuweisen, von dem andere Coverbands nur träumen: Beim Silvesterkonzert 2014 am Brandenburger Tor spielte TNT vor rund einer Million Zuschauern. Tom Kullmann und Frank Rummler, zwei der Musiker, sind übrigens waschechte Neunkircher – Kullmann kennt man von der Band Elliott, Rummler von Lancelot, die an diesem Abend ebenfalls spielt. Als Special Guest hat sich TNT die Sängerin Iris Boanta eingeladen, die mit der reinen Frauenband She’s Got Balls zu den besten weiblichen AC/DC-Tribute-Acts gezählt wird und für ihre raue, kraftvolle Stimme bekannt ist.

Stitch 2026 – Foto: Stitch

Bevor TNT übernimmt, gehört die Bühne den Bands, die dem Abend seinen Namen gegeben haben. Zehn Jahre lang, von 1982 bis 1992, prägte Stitch das, was die Band selbst „Heavy Pop“ nannte: geradliniger, druckvoller Rock mit eingängigen Melodien und dichtem Chorgesang. Konzerte mit den Puhdys und mit Karat gehörten zu den Höhepunkten der Bandgeschichte, außerdem Fernsehauftritte bei RTL und in der Disco-Top-Ten mit Manfred Sexauer – zu einer Zeit, als eine Handvoll TV-Sendungen darüber entschied, ob eine Band überregional wahrgenommen wurde. Beim Revival tritt Stitch in Maximalbesetzung an: mit den Sängerinnen Caroline Fournelle und Majka Kiefer, den Gitarristen Frank Jung, Werner Schnittger und Thomas Veith, Bassist Georg Lehmann und Schlagzeuger Werner Scholl.

Lancelot – Foto: Lancelot

Am ungewöhnlichsten ist womöglich der Weg, den Lancelot bis hierher zurückgelegt hat. 1973 standen Rick de Soto und Bernardi Ferone im Alter von zwölf Jahren erstmals gemeinsam auf einer Bühne, spielten eigene Songs. Der Name damals: Scrap Manu Factory. 1979 unterschrieb die inzwischen umbenannte Band ihren ersten Plattenvertrag bei Ariola, 1984 lief mit „But I Just Can’t Stay Behind“ ein Song durch die Radios der Republik, der Lancelot, wie es in einer späteren Rückschau auf die Album-Wiederveröffentlichung hieß, zur angesagtesten Hard-Rock-Band des Saarlands machte. Es folgten Festivalauftritte neben Mothers Finest, Nazareth, Roger Chapman und Uriah Heep sowie ein Auftritt mit Queen in der Dortmunder Westfalenhalle. 1986 zog es die Band über den Atlantik nach Los Angeles, wo sie unter dem neuen Namen Juicy Lucy das Album „Revolution“ aufnahm – in Studios wie dem Cherokee und dem Rumbo Recorder, in denen zuvor auch schon Guns N‘ Roses, Aerosmith und Van Halen aufgenommen hatten. Den Song „Killer Machine“ schrieb die Band für den US-Kinofilm „Dr. Alien“ – dort läuft er tatsächlich, gesungen von Hauptdarsteller Billy Jacoby. Der ganz große Durchbruch in Amerika blieb trotzdem aus, 1991 kehrte Lancelot zurück nach Deutschland, veröffentlichte Mitte der Neunziger das Abschiedsalbum „History“, spielte als Paragraph 51 noch einige Shows und löste sich 1996 auf. Nach der Reunion 2003 steht die Band nun wieder zusammen auf der Bühne – auch auf dem Stummplatz.

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Blizzard – Foto: Blizzard

Aus einer anderen Neunkircher Bandgeschichte stammt Blizzard. Anfang der Achtziger lernten sich Norbert Wittmann und Bernd Dorst kennen und gründeten mit Astonishing eine erste gemeinsame Band, die ab 1984 unter dem Namen Blizzard auftrat. Nach deren Auflösung fanden sich drei der Musiker – Bernd Dorst, Michael Eckel und Uwe Forster – als Power-Trio neu zusammen und spielen seitdem unter dem Namen Bumfed eigene Songs. Für das Revival kehren sie zum alten Bandnamen zurück und treten wieder als Blizzard auf.

Blies Blues Band – Foto: (c) Blies Blues Band

Den blueslastigen Gegenpol zum Rock des Abends liefert die Blies Blues Band, seit den frühen Achtzigern eine der dienstältesten Bluesformationen im Südwesten Deutschlands. Seit dem Tod von Gitarrist Jürgen „Mac“ Rath treten die Musiker seltener auf. Frontmann Udo Oster ist seit 1993 mit seiner markanten Stimme das Gesicht der Band, an Bass und Schlagzeug sorgen Reini Becker und Bernd Menzler für den nötigen Groove, während Frank „Jumbo“ Jung als einziger Gitarrist Songs von ZZ Top, Gary Moore und Eric Clapton spielt – daneben Blues-Klassiker wie „Hoochie Coochie Man“, „Dust My Broom“ oder „Stormy Monday Blues“.

Der Eintritt ist frei, für Essen und Getränke ist gesorgt, und wer am Nachmittag früh genug kommt, bekommt auch das Rahmenprogramm mit.

Neunkircher 80s Rock Revival
Samstag, 22. August 2026, ab 18 Uhr
Stummplatz Neunkirchen
Eintritt frei

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