Die saarländische Musikszene bekommt 2027 ein neues Format. Was dahintersteckt — und warum der Ort dafür nicht zufällig gewählt ist.
Der Lokschuppen Dillingen hat schon einiges gesehen. 1900 als Ringlokschuppen für Dampflokomotiven gebaut, steht er heute unter Denkmalschutz und ist seit 2008 Veranstaltungsort — die alten Gleisverläufe und Schienenstränge im Außenbereich sind noch ablesbar, der Industriecharme ist geblieben. Bis zu 2.000 Menschen finden hier Platz. Im November 2027 soll genau dort etwas stattfinden, das die saarländische Musikszene längere Zeit beschäftigen dürfte: die SAAR MUSIC AWARDS — ein Preis, der aus einem anderen hervorgeht und dabei deutlich größer denken will als sein Vorgänger.
KOHLE, STAHL — UND JETZT MUSIK?
Wer verstehen will, warum ein Musikpreis im Saarland 2027 mehr bedeutet als ein schicker Abend mit Trophäen, muss kurz zurückblenden. Das Saarland ist ein Land, das seit Jahrzehnten mit seiner wirtschaftlichen Identität ringt. Kohle, dann Stahl, dann Automobil — und jetzt? Lars Potyka, Leiter von Dock 11, der Plattform zur Vernetzung und Förderung der saarländischen Kreativwirtschaft, hat den Befund in einem früheren Interview mit der Bundesinitiative Kultur- und Kreativwirtschaft einmal so zusammengefasst: Das Saarland befinde sich schon jahrzehntelang im Strukturwandel. Erst Kohle und Stahl, dann die Autoindustrie. Wo die Zukunft hinführe, kristallisiere sich gerade erst heraus.
Diese Zukunft soll, zumindest in Teilen, mit Kreativwirtschaft und Musik zu tun haben. Schon im März 2023 schlossen sich mehrere Branchenakteure zum Arbeitskreis „MWS — Musikwirtschaft Saarland“ zusammen, mit dem erklärten Ziel, die Musikbranche im Saarland als Standortvorteil im Strukturwandel zu nutzen. Gründungsmitglieder waren GoForMusic, Kulturgut Ost, PopRat Saarland, Dock 11, das Wirtschaftsministerium — und die AMM Arts Music Media UG aus Saarbrücken. Also genau jene Organisation, die die SAMM MUSIC AWARDS ins Leben gerufen hat und nun hinter den SAAR MUSIC AWARDS 2027 steht.


