Was wollen junge Menschen vom Theater? Zwölf Jugendliche geben am 18. April in der Alten Feuerwache eine eigene Antwort.
Das Saarländische Staatstheater wagt ein Experiment: Am Samstag, dem 18. April 2026, feiert „Party und Protest“ Premiere – ein partizipativer Theaterabend, bei dem nicht die etablierten Theatermacher und Theatermacherinnen das Wort haben, sondern zwölf Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren.
Eine Institution öffnet sich
Das Saarländische Staatstheater ist eine der herausragenden Kulturinstitutionen im Saarland – mit höchstem Niveau in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Konzert, und mit einer Strahlkraft weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus. Jährlich zählt das Haus rund 30 Premieren und Neuproduktionen, über 700 Veranstaltungen und mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher.
Die Alte Feuerwache, in der „Party und Protest“ Premiere feiert, ist die zweitgrößte Spielstätte des Staatstheaters. Ehemals als Turnhalle genutzt, ist das Gebäude seit Januar 1982 Theaterspielort und fasst bis zu 240 Plätze in variabler Bestuhlung. Der Ort passt gut zum Geist des Abends: etwas abseits des großen Repräsentationshauses, flexibel, nah am Publikum.
Ein Theater, das zuhört
Der Abend stellt eine einfache, aber selten ernst genommene Frage: Was soll Theater eigentlich sein, wenn man jung ist? Für viele Jugendliche ist der Gang ins Theater vor allem eines – Schulpflicht. Dabei kämpfen die großen Häuser seit Jahren darum, genau diese Altersgruppe als Publikum zu gewinnen. „Party und Protest“ dreht den Spieß um: Hier dürfen die Jugendlichen selbst definieren, was sie auf einer Bühne sehen – und erleben – wollen. Kein Lehrplan, keine Pflichtlektüre, keine erwachsene Agenda. Stattdessen echte Stimmen, echte Haltungen – und vielleicht echte Provokation.
Aus dem Leben gegriffen
Basierend auf realen Gesprächen, Chats und Interviews haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jungen Ensembles gemeinsam mit Luca Pauer und John Armin Sander – die gemeinsam für Inszenierung und Ausstattung verantwortlich zeichnen – einen Abend entwickelt, der bewusst offen bleibt. Das Junge Ensemble eröffnet ein Forum für ihre Utopien, ein Ort, an dem Wünsche, Träume und Forderungen an das Theater laut ausgesprochen werden dürfen. Werden sie gegen Traditionen und Festgefahrenes protestieren? Oder das Bestehende am Ende doch feiern? Das Ensemble lässt die Antwort offen – und lädt das Publikum ein, sie gemeinsam herauszufinden.
Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler
Auf der Bühne stehen zwölf junge Menschen, die das Stück maßgeblich mitgeprägt haben: Açelya Sahin, Anna Weiß, Caprice Wegener, Elena Schneider, Evelina Nesterovska, Evelyne Rutz, Joline Schwarz, Lavinia Brutty, Marlon Heinrich, Oleksandra Chernetska, Rebecca Glasman und Zoe Grace Richter. Sie alle stehen stellvertretend für eine Generation, der das Theater endlich wirklich zuhören will.
Termine und Ort
Party und Protest, Premiere: Samstag, 18. April 2026, 19:30 Uhr, Alte Feuerwache Saarbrücken. Weiterer Termin: Freitag, 24. April 2026, 19:30 Uhr. Mehr Infos gibt es auf der Homepage des Staatstheaters.


