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In der Walhallica traf Mittelalter-Flair auf Metal-Herz und echte Hilfsbereitschaft

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Zwischen Met-Krügen und Kerzenlicht erinnerte sich die saarländische Metal-Szene daran, was Zusammenhalt eigentlich bedeutet.

In der Walhallica, der Saarbrücker Mittelaltertaverne mit Met-Ausschank, Live-Musik und Gaukelei, wechselte an diesem Abend ein Scheck den Besitzer. 1.000 Euro, überreicht von Saarland Underground an Metality e.V., den gemeinnützigen Verein aus der internationalen Metal-Community. Eine vergleichsweise kleine Summe, aber ein deutliches Zeichen der Wertschätzung zwischen zwei Szenen, die sich seit Jahren gegenseitig stützen.

Saarland Underground gibt es seit 2005. Begonnen hat alles mit ein paar hundert selbst gebrannten CDs, auf denen saarländische Bands ihre Songs unterbrachten, ein bescheidener Anfang für ein Projekt, das sich zur festen Institution der Szene entwickelte. Jahr für Jahr sammelte das Team um Mitgründer Gregor Theado Beiträge regionaler Musikerinnen und Musiker, presste sie auf Sampler und brachte sie unter die Leute, anfangs auf CD, seit 2020 ausschließlich digital. Wer im Saarland Metal oder Hardrock machte und gehört werden wollte, kam an Saarland Underground kaum vorbei.

Anfang des Jahres feierte das Projekt seinen 20. Geburtstag, standesgemäß mit einem ganzen Festivaltag: Am 24. Januar versammelte das Jubiläum im Studio 30 in der Saarbrücker Mainzer Straße rund 180 Gäste und neun Bands aus zwei Jahrzehnten Sampler-Geschichte. Organisiert wurde der Abend in enger Zusammenarbeit mit dem saarländischen Chapter von Metality e.V., dessen Mitglieder mit anpackten, wo es nötig war. Genau diese Zusammenarbeit wollte Saarland Underground mit der Spende würdigen. „Saarland Underground stand von Anfang an für Zusammenhalt, Leidenschaft und die Förderung der regionalen Musikszene“, sagt Gregor Theado, Mitgründer des Projekts. „Das Jubiläumsfestival hat gezeigt, wie viel durch ehrenamtliches Engagement und eine starke Gemeinschaft möglich ist.“

Dass ausgerechnet Metalheads sich gegenseitig mit Spenden bedenken, mag von außen überraschen, wer die Szene kennt, weiß es längst besser. Metality e.V. wurde im Mai 2020 von Florian Döring und Patrick Martin mitgegründet und ist seither zu einem internationalen Netzwerk mit mehr als 70 Chaptern weltweit gewachsen, organisiert unter dem Motto „Extreme. Nice People“. Bekannt wurde der Verein vor allem durch zwei Projekte: „666 Schlafsäcke“, eine Spendenaktion für Obdachlose, die während der pandemiebedingten Festivalausfälle entstand, und „Black Dog“, ein Aufklärungsprojekt zu Depressionen, das inzwischen mehr als 46.000 Erkennungsbändchen mit dem schwarzen Hund in Umlauf gebracht hat. Harte Riffs und soziales Engagement, das schließt sich in dieser Szene offenbar nicht aus.

Für Dirk Boudier, der das saarländische Chapter von Metality e.V. vertritt, liegt genau darin der Kern der Sache. „Die Metal-Szene lebt vom Miteinander“, sagt er. „Die Unterstützung hilft dabei, unsere sozialen Projekte weiterzuführen und Menschen innerhalb und außerhalb der Szene zu helfen.“ Musik und gesellschaftliches Engagement, fügt er hinzu, passten hervorragend zusammen.

Am Ende blieb von dem Abend mehr als nur ein guter Aufmacher für die nächste Compilation: ein Scheck, der zeigt, dass eine Szene, die seit zwanzig Jahren CDs brennt und Bands fördert, auch weiß, wohin mit ihrer Dankbarkeit.

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