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„Ich wollte nie sagen: Hätte ich nur …“ – Hans-Joachim Burgardt über Bücher, Chancen und die HomBuch

Es gibt Menschen, die planen ihr Leben, als wäre es eine Tabelle. Und es gibt Menschen, die begegnen ihm wie einem offenen Buch – bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen, wenn es sich anbietet. Hans-Joachim Burgardt gehört zu Letzteren. Wer ihm zuhört, merkt schnell: Hier spricht keiner, der auf den Ruhestand gewartet hat. Hier spricht einer, der immer wieder aufbricht. Erst Bank, dann Industrie, später Kultur – und dazwischen ein Faible für gute Bücher und gute Gespräche. Seit 2018 prägt Burgardt die HomBuch, das Lesefest in Homburg, das längst mehr ist als eine Buchmesse und über die Grenzen des Landes hinaus seine Anerkennung gefunden hat. Er hat das Festival geöffnet, für neue Formate, neue Stimmen – und für Begegnungen, die in Erinnerung bleiben. Im Interview spricht er über die Kunst, Chancen nicht verstreichen zu lassen, über Bücher als Lebenskompass und darüber, warum die HomBuch auch 2025 wieder überraschen wird.

Herr Burgardt, erinnern Sie sich noch an das erste Buch, das Sie nicht mehr aus der Hand legen konnten?

Ja, das war „Elf Freunde müsst ihr sein“ von Sammy Drechsel. Es ging um Fußball, Kameradschaft und darum, dass man Siege im Sport und im Leben nur gemeinsam erringen kann. Ich war noch sehr jung, habe unter der Bettdecke gelesen – nachts, mit der Taschenlampe. Dieses Buch war mein Einstieg in die Welt der Literatur, und das Lesen hat mich nie wieder losgelassen.

Und wissen Sie noch, wie Sie damals darauf gestoßen sind?

Der Buchtitel und der Einband haben mir gefallen. Dann habe ich die ersten zwei Seiten gelesen und dann konnte ich nicht mehr aufhören. Ich komme aus Steinbach bei Ottweiler – es gab in diesem kleinen Ort eine öffentliche Leihbücherei. Dort war ich Stammgast und habe mir mindestens drei Bücher in der Woche ausgeliehen. 

Literatur begleitet Sie seither durchs Leben. Was bedeutet Lesen für Sie?

Lesen ist für mich wirklich essenziell. Ich sage immer, frei nach Loriot: Ein Leben ohne Literatur, Musik und Kunst ist möglich – aber sinnlos! (lacht). Ich lese seit meiner Jugend ununterbrochen. Meine private Bibliothek platzt schon aus allen Nähten. Ich lese bei jeder Gelegenheit, nachts, manchmal stundenlang. Fernsehen dagegen kaum. Man kann also sagen: Ich bin tatsächlich eine Leseratte und ich liebe Bücher.

Ihr Bücherregal ist also deutlich voller als das Weinregal?

(lacht) Ja, das kann man so sagen. Ich trinke gerne einen guten Wein, aber ich bin kein Weinsammler. Hingegen bei Büchern sorge ich stetig für Nachschub. Bei den Bücherregalen folge ich einem Rat von Konfuzius. Konfuzius sagt: „Wenn deine Bücherregale voll sind besorge dir ein neues.“ 

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