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Puppen singen Kästner: Das Kleine Theater im Rathaus Saarbrücken startet in die Spielzeit 2026/2027

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Bis Dezember teilen sich ein Dichter, zwei Prinzessinnen und ein Dschungel im Mumintal die Bühne im Rathauskeller von St. Johann, dazu kommt eine Kabarettistin, die wissen will, wo Meinungen herkommen.

Wenn im Keller des Saarbrücker Rathauses St. Johann bald Puppen Gedichte von Erich Kästner singen und kuriose Gegenstände aus seinem Leben versteigert werden, beginnt für das Kleine Theater im Rathaus die neue Spielzeit. Von Samstag, 24. Oktober, an gibt es bis in den Dezember hinein an vier Wochenenden Figurentheater, in der Regel samstagabends für Jugendliche und Erwachsene und sonntagnachmittags für Kinder und Familien. Wie weit sich diese Kunstform spannen lässt, zeigt der Spielplan an seiner Mischung aus Dichtung, Märchen, Schiller und Kabarett.

Gespielt wird in einem Gewölbekeller, der nach Angaben der Stadt seit dem Jahr 2000 zu den wenigen festen Spielstätten für Puppen- und Figurentheater in Deutschland gehört. Das Spektrum reicht vom Marionettenspiel über Schattentheater bis zum Material- und Maltheater. Die Landeshauptstadt gibt das Programm heraus und arbeitet dabei seit vielen Jahren mit dem Theater im Viertel zusammen. Auch im Frühjahr stand allerhand auf dem Spielplan: ein Jean-Paul-Roadmovie auf Schusters Rappen, die „Zauberflöte“ aus der Sicht einer Souffleuse und ein Papiertheaterstück mit dem Titel „Das Lächeln der Mona Lisa?“.

Kästner und die Mumins zum Auftakt

Den Anfang macht das Figurentheater Marie Bretschneider aus Dresden, wo auch Erich Kästner geboren wurde. Mit „Erich Kästner Unplugged – einmal dasselbe bitte“ nähert sich das Ensemble am Samstagabend, 24. Oktober, 19.30 Uhr, dem Schriftsteller, Kinderbuchautor und Lyriker auf ungewöhnlichem Weg: Seine Gedichte werden von Puppen gesungen und live musikalisch begleitet. Hinzu kommt eine skurrile Versteigerung, bei der Gedanken, Erinnerungen und allerlei kuriose Gegenstände aus Kästners Leben unter den Hammer kommen.

Am Sonntag, 25. Oktober, 15 Uhr, folgt von derselben Truppe „Ein Urwald im Mumintal“. In einer Hitzeperiode bieten zwei windige Forscher der Familie Mumin Blumensamen an, aus denen schattige Dschungelpflanzen wachsen sollen. Daraufhin wuchert im trockenen Mumintal plötzlich ein Dickicht, in dem wilde Tiere für ein großes Durcheinander sorgen.

Von Meinungsbildung und einem Wunderkasten

Die Saarbrücker Kabarettistin Melanie Streibelt geht am Samstag, 14. November, 19.30 Uhr, in „Stimmung! Wo kommt eigentlich meine Meinung her?“ auf humorvolle Weise der Frage nach, wie Meinungen entstehen und von welchen Einflüssen sie geprägt werden. Zur Sprache kommt auch, welche Rolle Kunst in einer demokratischen Gesellschaft spielt.

Tags darauf, am Sonntag, 15. November, 15 Uhr, packt das FigurenTheater Petra Schuff aus Rheinland-Pfalz in „Der Wunderkasten“ fünf kleine Märchen aus fünf Ländern aus. Dem Publikum begegnen eine kluge Bauerstochter, ein unzufriedenes Bärenkind und ein Prinz mit Eselsohren. Die kleinen Stücke erzählen von Freiheit, Glück und Habgier, von der Kraft der Liebe und von Gemeinschaft.

Schillers Tell aus Objekten und die zweite Prinzessin

Ende November gastiert das Weite Theater aus Berlin im Rathauskeller. Am Samstag, 28. November, 19.30 Uhr, steht „Die Legende von Wilhelm Tell nach Friedrich Schiller“ auf dem Programm, bei der das Ensemble den Klassiker mithilfe von Objekten und Materialien als Figurentheater auf die Bühne bringt. Am Sonntag, 29. November, dem ersten Advent, geht es um 15 Uhr in „Die 2. Prinzessin oder wie man Erste wird“ um die Nöte eines royalen Geschwisterpaars.

Zwei Familienstücke zum dritten Advent

Am dritten Adventswochenende entfällt die Samstagabendvorstellung für Erwachsene, stattdessen stehen gleich zwei Familienaufführungen der Compania t aus Bremen auf dem Programm. Den Anfang macht am Samstag, 12. Dezember, 15 Uhr, „Das Sternenmännlein“, das die Menschen mit seinen fantastischen Geschichten begeistert. Als ihm außergewöhnliche Hilfsmittel versprochen werden, mit denen sich diese Geschichten noch spektakulärer erzählen ließen, verliert es zunehmend den Blick für die eigene Fantasie.

„Ein Mond für Amelie“ wird am Sonntag, 13. Dezember, 15 Uhr, aufgeführt. Prinzessin Amelie ist krank und glaubt, nur der Mond könne sie wieder gesund machen. Weder die klügsten Berater noch die mächtigsten Helfer des Königreichs können ihr helfen, erst als ein Narr auftaucht, nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung. Das Märchen kommt poetisch und mit viel Humor daher und handelt von der Kunst, das kleine Glück zu entdecken.

Im kommenden Jahr geht das Programm weiter, die Termine gibt die Landeshauptstadt gesondert bekannt. Üblicherweise ruht der Spielbetrieb im Januar und im Sommer, zwischen Februar und Mai wird in der Regel wieder gespielt.

Spielort, Eintritt und Karten

  • Ort: Ratskeller im Rathaus St. Johann, Eingang Betzenstraße unter den Arkaden, Saarbrücken
  • Abendvorstellungen für Jugendliche und Erwachsene: samstags, 19.30 Uhr; Eintritt 9 Euro, Kinder bis 12 Jahre 4 Euro
  • Kinder- und Familienprogramm: sonntags, 15 Uhr (Ausnahme: Samstag, 12. Dezember, 15 Uhr); Eintritt 4 Euro
  • Karten: Reservierung über das Theater im Viertel unter +49 681 9679352, per E-Mail an karten@kleines-theater-rathaus.de oder per Online-Formular auf der jeweiligen Veranstaltungsseite. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Beginn, reservierte Karten müssen spätestens 15 Minuten vor Beginn abgeholt werden.
  • Weitere Informationen: www.saarbruecken.de/kleinestheater

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