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Rundfunkorchester Saarbrücken mit neuer Spitze – Kiedrowski beerbt Maria Grätzel

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Gerade hat die Deutsche Radio Philharmonie einen neuen Chefdirigenten bekommen. Jetzt wechselt auch das Orchestermanagement – und das Orchester erlebt seine größte Personalrunde seit Jahren.

Wer in dieser Spielzeit die Besetzungsliste der Deutschen Radio Philharmonie aufschlägt, findet zwei neue Namen oben. Der Katalane Josep Pons hat im Herbst den Posten des Chefdirigenten übernommen, er kam vom Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Und ab der Saison 2026/2027 heißt der Orchestermanager Adrian Kiedrowski. Den bisherigen Posten bekleidete Maria Grätzel, die seit Mai 2019 das Management der DRP leitete und am 31. Juli dieses Jahres in den Ruhestand geht.

Kiedrowski bringt eine ungewöhnliche Vorgeschichte mit. Er hat Cello studiert, kommt also aus dem Instrument, bevor er ins Kulturmanagement wechselte. Stationen führten ihn an die Dortmunder Philharmoniker, das Qatar Philharmonic Orchestra, die Thüringer Symphoniker, die Norddeutsche Philharmonie Rostock, die Staatskapelle Halle inklusive des integrierten Händelfestspielorchesters und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt. Zuletzt verantwortete er als Künstlerischer Betriebsdirektor den Veranstaltungsbereich und die Festivals der Kronberg Academy – einer Stiftung in Kronberg im Taunus, die seit 1993 Streicher aus aller Welt ausbildet und im internationalen Klassikbetrieb einen festen Namen hat. Sein Studienabschluss: Angewandte Kulturwissenschaften mit Ausrichtung auf Musik- und Orchestermenagement sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Verwaltungsrat des Saarländischen Rundfunks stimmte der Personalie einstimmig zu, nachdem sich das DRP-Kuratorium bereits für Kiedrowski entschieden hatte. Er erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag.

SR-Intendant Martin Grasmück sagte: „Er hat bereits in unterschiedlichsten Leitungsfunktionen Erfahrungen mit namhaften Orchestern gesammelt und wird verlässlich die erfolgreiche Arbeit von Maria Grätzel fortführen.“ SWR-Intendant Kai Gniffke ergänzte: „Seine Erfahrung und Expertise sind für die Deutsche Radio Philharmonie in herausfordernden Zeiten sehr wertvoll, um kluge und weitsichtige Weichenstellungen zum Wohl der DRP zu treffen.“

Eine Biografie in großen Namen

Wer die Stationen von Maria Grätzel liest, liest eine Karte der europäischen Klassikwelt. Die Mainzerin studierte zunächst Violine, dann Literatur-, Theaterwissenschaft und Philosophie. Danach arbeitete sie als freie Journalistin beim NDR Studio Osnabrück, bevor sie als Musikdramaturgin nach Heidelberg, Kassel und Freiburg ging. 1994 wechselte sie ins Konzertmanagement: sieben Jahre Geschäftsführerin des Münchener Kammerorchesters unter Christoph Poppen, dann ab 2003 Orchesterdirektorin des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin unter Marek Janowski. 2011 folgte das Grafenegg Festival in Österreich, geleitet vom Pianisten Rudolf Buchbinder. Von 2017 bis 2019 war sie persönliche Referentin für den Dirigenten Christian Thielemann – damals Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg.

Am 1. Mai 2019 übernahm Grätzel das Orchestermanagement der DRP. In ihre Amtszeit fielen die Gründung der Skrowaczewski Akademie zur Förderung junger Nachwuchsmusikerinnen und -musiker, die Berufung von Josep Pons zum neuen Chefdirigenten und ein Generationswechsel im Orchester. Dazu kamen zahlreiche Gastkonzerte im In- und Ausland und die Arbeit an der regionalen Verankerung des Klangkörpers in beiden Sendegebieten. 2024 saß sie in der Jury des Forums Dirigieren beim Deutschen Musikrat und in der Jury zur Neubesetzung der Intendanz der Philharmonie Köln.

Grasmück formulierte seinen Abschied von Grätzel so: „Maria Grätzel danke ich von Herzen für ihre große Leidenschaft, ihr hohes Engagement, ihr Gespür für unser Publikum und ihr strategisches Geschick im Positionieren der DRP. Für mich persönlich war es eine sehr angenehme Zusammenarbeit, die ich sehr vermissen werde.“

Grätzel und ihr Nachfolger haben sich in einer gemeinsamen Erklärung geäußert: Für den Erfolg eines Rundfunkorchesters auf diesem Niveau brauche es neben Begeisterung auch detaillierte Planungsarbeit, Kompetenz, ein internationales Netzwerk und eine enge Zusammenarbeit mit dem Chefdirigenten und dem Orchestervorstand. „Das ist die Basis des Erfolgs, für die wir beide stehen.“ Ob das Orchester in dieser neuen Konstellation seinen Kurs hält, wird man hören.

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