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Bankräuber als Livestream-Stars: „How to Rob a Bank“ von David Leitch startet bald im Kino

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Eine Bande überfällt Banken und überträgt jeden Coup live ins Netz, während ein FBI-Agent und eine Softwareentwicklerin ihr immer dichter auf den Fersen sind: Mit „How to Rob a Bank“ legt „Bullet Train“-Regisseur David Leitch einen Heist-Film für das Social-Media-Zeitalter vor, mit Nicholas Hoult, Zoë Kravitz, Anna Sawai und Pete Davidson in den Hauptrollen, und ob hinter der Social-Media-Satire mehr steckt als Kulisse für Verfolgungsjagden, bleibt bis zum Kinostart offen.

Bonnie Parker und Clyde Barrow wurden im April 1933 durch einen Zufall zu Medienstars, denn bei einer Razzia in ihrem Versteck in Joplin blieben unentwickelte Filmrollen zurück, und die Bilder, die eine Zeitung daraus entwickelte, darunter das von Bonnie mit Zigarre und Pistole, gingen anschließend durch die Blätter des ganzen Landes. Heute muss niemand mehr auf einen solchen Zufall hoffen, denn ein Smartphone und ein paar tausend Follower genügen, und genau dort setzt David Leitchs Film „How to Rob a Bank“ an, der am 12. November in den deutschen Kinos startet.

Das Kino hat das Räuberleben seither immer wieder mit Glamour aufgeladen, am augenfälligsten wohl in Kathryn Bigelows „Gefährliche Brandung“, in der eine Surferbande unter den Masken ehemaliger US-Präsidenten Banken ausraubt. Mit diesem Film und mit der „Fast & Furious“-Reihe wird Leitchs neues Werk im Vorfeld häufig verglichen, und das Etikett passt zu einem Regisseur, der früher als Stuntman und Actionchoreograf gearbeitet hat und zu den treibenden Kräften hinter der „John Wick“-Reihe zählt.

Leitch selbst spricht von einem Heist-Movie für das Social-Media-Zeitalter, von einer Art Robin Hood für das digitale Zeitalter und von einem provokanten Punkrock-Film, der der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und danach fragen wolle, wohin sie steuere und welche Prioritäten sie setze. Das ist ein hoher Anspruch für einen Film, dessen Trailer mit der Behauptung beginnt, neun von zehn bewaffneten Raubüberfällen gelängen, und doch dürfte die Mischung aus Spektakel und Mediensatire alle ansprechen, die ihre Action gern mit einem Augenzwinkern serviert bekommen.

Livestream statt Fluchtauto: Worum es in „How to Rob a Bank“ geht

Im Zentrum steht eine Gruppe junger Bankräuber, die ihre Überfälle minutiös plant, dabei filmt, live ins Netz überträgt und sich auf diese Weise eine wachsende Fangemeinde erarbeitet. Manch ein Zuschauer hält die Bande für moderne Robin Hoods, und in Pittsburgh, wo der Film gedreht wurde und, wie der Trailer nahelegt, auch spielt, sind die Räuber längst lokale Berühmtheiten. Angeführt wird die Gruppe von Nicholas Hoult, der im Trailer mit Wolfsmaske auftritt und zum Einstieg Statistiken über Wohneigentum, Gehälter und die Erfolgsquote bewaffneter Raubüberfälle vorträgt, ein Auftakt, der zusammen mit der offiziellen Inhaltsangabe, nach der die Gruppe für ihre Überzeugungen alles aufs Spiel setzt, vermuten lässt, dass hinter dem Spektakel auch eine Botschaft steckt.

Wer sich derart ins Rampenlicht stellt, wird früher oder später zum Fall für das FBI. Ein erfahrener Agent, gespielt von John C. Reilly, holt sich eine brillante Softwareentwicklerin an die Seite, die Zoë Kravitz verkörpert, und gemeinsam kommen die beiden der Bande immer näher, während diese längst ihren bislang größten und riskantesten Coup vorbereitet. Im Trailer lernt man Kravitz’ Figur in ihrer Wohnung kennen, auf deren Beistelltisch eine glitzernde Ketchupflasche der Marke Heinz steht, ein augenzwinkernder Hinweis auf eine Stadt, mit der der Hersteller seit jeher verbunden ist.

Aus dem Katz-und-Maus-Spiel zwischen einer Bande, die die Kamera als Waffe versteht, und Ermittlern, die jede Aufnahme als Spur lesen, ließe sich Satire ebenso machen wie reines Spektakel, und welchen Weg Leitch und sein Drehbuchautor Mark Bianculli einschlagen, ist die große offene Frage vor dem Start.

Vom Stuntman zum Hollywood-Regisseur: David Leitch und sein Team

Bei „John Wick“ führte David Leitch ungenannt Co-Regie, danach inszenierte er „Atomic Blonde“, „Deadpool 2“, „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ und „Bullet Train“, und wer diese Filme gesehen hat, weiß, dass er seine Action gern mit Humor mischt. Zuletzt erzählte er in „The Fall Guy“ von einem Stuntman, also von einem Beruf, den er aus eigener Erfahrung kennt. Mit seiner Frau Kelly McCormick führt er die Produktionsfirma 87North, die Unterhaltsames, Kommerzielles und Subversives miteinander verbinden will, und als Produzent war er unter anderem an „Nobody“ und „Violent Night“ beteiligt.

Das Drehbuch zu „How to Rob a Bank“ stammt von Mark Bianculli, der den Stoff mehrere Jahre lang gemeinsam mit Imagine Entertainment entwickelte, bevor Amazon MGM Studios und Leitch zum Projekt stießen. Produziert wird der Film von Brian Grazer, Jeb Brody, Allan Mandelbaum, Kelly McCormick und Leitch selbst, Bianculli und Ben Ormand sind als ausführende Produzenten dabei. In den USA bringt Amazon MGM Studios den Film in die Kinos, international übernimmt Sony Pictures, und für Deutschland ist ebenfalls Sony Pictures als Verleih angegeben.

Ein Ensemble zwischen „Superman“, „Shōgun“ und „Saturday Night Live“

Nicholas Hoult, der als Lex Luthor in „Superman“ zu sehen war, spielt den Kopf der Bande, Zoë Kravitz, die in „The Batman“ Catwoman verkörperte, tritt als Gegenspielerin an. Anna Sawai, die in „Shōgun“ als Toda Mariko bekannt wurde, gehört ebenso zur Crew wie Rhenzy Feliz, der in Marvels „Runaways“ den Alex Wilder spielte, und Pete Davidson, der durch die US-Comedyshow „Saturday Night Live“ bekannt wurde. Auch Tati Gabrielle zählt zu den Gefolgsleuten, während John C. Reilly den FBI-Agenten gibt und Christian Slater als Walton einen zwielichtigen Bankmanager spielt. Weitere Namen auf der Besetzungsliste sind Michael Gandolfini, Sam Lerner und Thomas C. Stuhr.

Das Ensemble kam binnen weniger Monate zusammen. Hoult wurde im März 2025 als Hauptdarsteller verpflichtet, im April folgte Sawai, im Mai wurden Davidson, Feliz und Kravitz bestätigt, im Juni kam Reilly dazu und im Juli schließlich Slater. Wie präsent die Dreharbeiten in Pittsburgh waren, zeigt ein Auftritt von Hoult und Sawai, die am 27. Juli 2025 beim Heimspiel der Pittsburgh Pirates gegen die Arizona Diamondbacks den zeremoniellen ersten Wurf ausführten.

Gedreht wie ein Social-Media-Feed: Pittsburgh, Bildsprache und eine verschobene Premiere

Gedreht wurde im Sommer 2025 in Pittsburgh, wo die 16th Street Bridge für nächtliche Aufnahmen mehrfach gesperrt wurde, in der Innenstadt Szenen an der Smithfield Street entstanden und der Gulf Tower, der im Trailer kurz auftaucht, im Film als Bank dient, und im April 2026 steckte der Film in der Postproduktion.

Berichten zufolge ahmt „How to Rob a Bank“ zumindest in den Überfallszenen die Bildsprache von TikTok, YouTube und Instagram nach. Zu sehen sind demnach Handyaufnahmen, Überwachungsclips, Livestreams, Bodycam-Perspektiven und Bildschirmaufnahmen, dazu schnelle Schnitte und Hochformat-Passagen, die in das Breitbild eingebettet werden. Das fügt sich zur Geschichte, denn die Bande dokumentiert ihre Taten schließlich selbst. Wer Filme wie „Searching“ oder „Spree“ gesehen hat, kennt Ansätze, eine Handlung über Bildschirme und Livestreams zu erzählen, und es wird sich zeigen, ob Leitch diese Ästhetik mit klassischer Actionchoreografie zu etwas Eigenem verbindet.

Eigentlich sollte der Film in Deutschland am 3. September und in den USA am 4. September starten. Im Juli rückte Amazon den US-Termin auf den 13. November, und der deutsche Start folgte auf den 12. November. Berichten zufolge begründete das Studio den Schritt mit positiven Reaktionen auf frühe Testvorführungen und auf das Werbematerial, vor allem beim Publikum zwischen 18 und 34 Jahren, und mit der Nähe zum Thanksgiving-Wochenende, an dem viele Studierende frei haben. Leitch selbst nennt die Testvorführungen überwältigend positiv, wobei Testvorführungen bekanntlich noch kein Urteil über den fertigen Film erlauben. In den USA trifft der Film am neuen Termin auf J. J. Abrams’ „The Great Beyond“ und auf Ti Wests „Ebenezer: A Christmas Carol“ mit Johnny Depp, und hierzulande erscheint nur eine Woche später, am 19. November, das Videospiel „GTA VI“, was für einen Film über Raubüberfälle kein schlechtes Umfeld sein muss.

Der erste Trailer erschien Anfang Juni und dauert knapp drei Minuten, ein zweiter folgte Mitte September, und seit Mitte Oktober gibt es einen ersten offiziellen Clip.

Was „How to Rob a Bank“ am Ende leisten muss

Auf dem Papier spricht vieles für den Film, zumal er mit einem Regisseur antritt, der Action und Humor zu mischen versteht, mit einem Ensemble, in dem fast jeder Name eine eigene Fangemeinde mitbringt, und mit einem Thema, das in eine Zeit passt, in der Bankräuber auf Instagram ebenso Follower sammeln könnten wie Influencer. Die Robin-Hood-Idee vom Räuber als Volkshelden ist ein alter Erzählstoff, und sie in die Livestream-Gegenwart zu verlegen, ist ein Einfall, der mehr tragen kann als eine Verfolgungsjagd. Offen bleibt, ob das Drehbuch die Satire wirklich schärft oder sie nur als Verpackung für Explosionen und Fluchtwagen benutzt, und ob die Social-Media-Ästhetik über 122 Minuten trägt, ohne zu ermüden. Ob Leitchs Punkrock-Versprechen mehr ist als ein Werbesatz, lässt sich erst am 12. November überprüfen, und ich gestehe, dass sich in meine Neugier ein Rest Skepsis mischt.

Infobox

AngabeDetails
TitelHow to Rob a Bank
GenreActionkomödie, Heist-Thriller
RegieDavid Leitch
DrehbuchMark Bianculli
BesetzungNicholas Hoult, Zoë Kravitz, Anna Sawai, Pete Davidson, John C. Reilly, Rhenzy Feliz, Christian Slater, Tati Gabrielle, Michael Gandolfini, Sam Lerner, Thomas C. Stuhr
Kamera, Schnitt, MusikJonathan Sela, Elisabet Ronaldsdottir, Dominic Lewis
ProduktionAmazon MGM Studios, Imagine Entertainment, 87North Productions
LandUSA
Laufzeit122 Minuten
FSKab 12 Jahren
Kinostart Deutschland12. November 2026 (Sony Pictures)
Kinostart USA13. November 2026 (Amazon MGM Studios)

Ob und wo der Film bei euch um die Ecke läuft, findet ihr am schnellsten mit einem kurzen Blick ins Netz heraus.

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