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Jonas Kirch – Der Mann, der die saarländische Bruch Brauerei neu anzapft

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In einer alten Energiezentrale in Neunkirchen glänzen wieder die Braukessel. Genau hier wagt die über 300 Jahre alte saarländische Kultmarke Bruch gerade den Neustart. Jonas Kirch hat das Unternehmen übernommen. Dafür hat er seinen sicheren Job bei einer erfolgreichen Brauerei in Bayreuth an den Nagel gehängt. Wer ihm heute begegnet, merkt sofort: Der Mann brennt für die Sache. Er kennt das Brauhandwerk und den Vertrieb aus dem Effeff, hat unzählige Ideen im Kopf und schlichtweg wahnsinnig Bock darauf, mit seinem kleinen Team wieder große Zeiten für die Brauerei anzubrechen. Wir haben mit ihm über die harten Realitäten auf dem Biermarkt gesprochen. Ein ehrliches Gespräch ohne verklärte Nostalgie, dafür mit einem emotionalen Rückblick auf das alte Stammhaus in der Saarbrücker Scheidter Straße – und der tiefen Überzeugung, dass man die besten Entscheidungen im Leben niemals nur mit dem Kopf trifft.

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Von Stephan Bonaventura

Herr Kirch, Sie haben bei Maisel gekündigt – einer Brauerei, die zweimal in Folge zur Brauerei des Jahres gekürt wurde, um Bruch zu übernehmen, eine Marke mit über 300 Jahren Geschichte, aber auch mit mehreren Insolvenzen im Rücken. Was haben Sie Ihrem Chef in Bayreuth gesagt, als Sie ihm das erklärt haben?

Das war keine leichte Entscheidung – ganz im Gegenteil. Ich habe davor viele Nächte schlecht geschlafen. Bei Maisel habe ich mich wirklich sehr wohlgefühlt. Ich hatte tolle Kollegen, viel Vertrauen und eigentlich genau die Aufgabe, die ich immer machen wollte. Das war also keine Kündigung aus Frust.

Wie lief das Gespräch dann ab?

Das Gespräch habe ich beim Weißbierfest in Bayreuth gesucht. Das geht vier Tage – man trifft Kunden, Kollegen, Partner, feiert zusammen und arbeitet zusammen. Dort habe ich zuerst mit unserem Direktor Torsten Gieschen gesprochen und danach mit Jeff Maisel. Ich habe sogar gefragt, ob von Maisel-Seite Interesse bestehen würde, sich an Bruch zu beteiligen. Aber Bruch war am Ende zu weit weg und zu klein. Die Kündigung habe ich damals mit der Möglichkeit eingereicht, sie noch zurückziehen zu können, falls die Übernahme nicht klappt. Das zeigt eigentlich, wie sehr ich innerlich zwischen beiden Wegen hing. Jeff hat mir eher davon abgeraten – nicht böse oder abwertend, eher ehrlich. Er meinte sinngemäß: Das wird wahnsinnig schwer. Aber er hat auch gesagt, dass man manche Dinge im Leben einfach machen muss, wenn man daran glaubt. Was mich bis heute nicht loslässt: Während des gesamten Weißbierfests wusste ich schon, dass ich vermutlich gehe. Wir standen mit Kunden zusammen, haben gelacht, gefeiert, Bier getrunken – und gleichzeitig wusste ich, dass für mich dort bald ein Kapitel endet. Nur ganz wenige wussten Bescheid. Ich wollte keine schlechte Stimmung erzeugen. Und vielleicht war da auch der Gedanke: Man begegnet sich im Leben meistens mindestens zweimal.

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