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Frauen sind keine homogene Gruppe, betont das Saarbrücker Frauenbüro und rückt Solidarität einen ganzen Monat lang in den Mittelpunkt, mit Vorträgen, Workshops, Diskussionen und Lesungen.
Eine Frage begleitet feministische Debatten schon lange: Wer ist mit „den Frauen“ überhaupt gemeint? Feminismus bedeutet für das Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken, unterschiedliche Lebensrealitäten anzuerkennen, einander zuzuhören und gemeinsame Wege zu finden. „Frauen sind keine homogene Gruppe. Herkunft, Alter, Behinderung, sexuelle Orientierung oder soziale Lage können beeinflussen, welche Diskriminierungen und Benachteiligungen Menschen erfahren. Umso wichtiger ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und solidarische Bündnisse zu stärken“, so das Frauenbüro.
„FEMSolidarity – Solidarisch zusammen. Feministisch voraus“ lautet deshalb das Motto des FrauenThemenMonats, der am 3. November beginnt und bis zum 4. Dezember läuft. Laut Programmheft endet das Hauptprogramm am 28. November, am 4. Dezember folgt als Ausblick noch eine Autorinnenlesung. Die Veranstaltungen sollen Raum geben, sich über feministische Themen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam Ideen für ein solidarisches Miteinander zu entwickeln. Gewalt gegen Frauen, ungleich verteilte Sorgearbeit, finanzielle Abhängigkeiten, Diskriminierung, Rassismus und fehlende gesellschaftliche Teilhabe haben unterschiedliche Ursachen und treffen Menschen auf unterschiedliche Weise, heißt es auf den Seiten des Frauenbüros. Mit „FEMSolidarity“ setzt sich außerdem eine kleine Reihe fort: 2024 stand der Themenmonat unter „FEM*fight“, 2025 unter „FEM*health“ und mit dem Schwerpunkt einer gerechten Medizin.
Arbeiten im Gefängnis
Den Auftakt der Vortragsreihe „Außergewöhnliche Frauen und ihre Berufe“ macht ein Blick hinter Gefängnismauern. Die Justizvollzugsbeamtin Julia Bonnaire berichtet am Freitag, 6. November, ab 18 Uhr in der Stadtbibliothek am Gustav-Regler-Platz von ihrer Arbeit im Gefängnis, und mit ihr referiert die Psychologin Selina Höh, die auf der Sozialtherapeutischen Abteilung arbeitet. Die Reihe stellt Frauen vor, die Einblicke in ihre Berufe und Lebenswege geben und danach für den Austausch bereitstehen. Der Eintritt ist frei, anmelden können sich Interessierte per E-Mail an frauenbuero@saarbruecken.de. Weiter geht die Reihe laut Programm der Stadtbibliothek am 11. Dezember in der FrauenGenderBibliothek Saar, dann mit der KI-Forscherin Dimitra Tsovaltzi vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.
Antifeminismus, Barcamp und Comics
Eine Woche später steht der Antifeminismus im Mittelpunkt. Am Freitag, 13. November, geht es von 16 bis 19 Uhr online gegen ihn an, und zwar mit den Mitteln von Social Media. Der Workshop der Landesmedienanstalt Saarland und des Frauenrats Saarland soll Fakten und Informationen zugänglicher machen, die sonst oft textlastig daherkommen. Die Teilnehmenden lernen, passende Inhalte und Strategien zu entwickeln, die Eigenheiten der Plattformen zu berücksichtigen und Sicherheitsaspekte im Blick zu behalten, anschließend gibt es einen virtuellen Stammtisch.
Am Tag darauf, Samstag, 14. November, lädt das Feministische Barcamp Saar von 10 bis 16 Uhr zum neunten Mal ins Ludwigsgymnasium ein. Ein Barcamp kommt ohne fertiges Programm aus. Die Teilnehmenden schlagen zu Beginn selbst Themen vor, anschließend werden Sessions und Räume verteilt, und drei Sessionrunden folgen. Eingeladen sind Menschen unterschiedlicher Kulturen, Geschlechter und Altersgruppen, die gemeinsam für ein gleichberechtigtes gesellschaftliches Miteinander wirken wollen, das Motto lautet „Solidarität schafft Stärke“. Hinter dem Barcamp stehen die Friedrich-Ebert-Stiftung und mehrere Partner, darunter die Arbeitskammer des Saarlandes, der DGB, das Frauenbüro, die FrauenGenderBibliothek Saar und das Gleichstellungsbüro der Universität des Saarlandes. Das Ludwigsgymnasium war bereits im vergangenen Jahr Gastgeber der achten Ausgabe, 2024 kam das Format im Innovation Center der Universität zusammen.
Wer lieber zeichnet, ist am Sonntag, 15. November, von 14 bis 18 Uhr in der FrauenGenderBibliothek Saar richtig. Der Comic-Workshop richtet sich an 18- bis 25-Jährige und setzt keine Vorkenntnisse voraus. Unter Anleitung der Illustratorin und Comiczeichnerin Isabelle Jasten lernen die Teilnehmenden feministische Comics kennen und denken sich eigene Figuren und Geschichten aus, die sie als Comics zu Papier bringen. Auch hier läuft die Anmeldung per E-Mail ans Frauenbüro.
Lesung über Frauenhass in der Halle4
Ein Wochenende später, am Samstag, 21. November, liest Veronika Kracher um 18 Uhr in der Halle4 an der Halbergstraße aus ihrem Buch „BITCH HUNT. Warum wir es lieben, Frauen zu hassen“, der Eintritt ist frei. Das Buch analysiert digitale Frauenfeindlichkeit, ihre Rolle im rechten Kulturkampf und ihre Verstärkung durch soziale Medien. Kracher hat sich schon in ihrem Buch „Incels“ (2020) mit frauenfeindlichen Onlineszenen beschäftigt, „BITCH HUNT“ ist im Verbrecher Verlag erschienen. Frauenhass sei in den herrschenden Verhältnissen keine Ausnahme, sondern die Regel, und Antifeminismus ein zentraler Punkt rechter Ideologie, argumentiert sie, wie die Stuttgarter Zeitung vor ihrer Lesung im Theater Rampe berichtete.
Zahlreiche Kooperationspartnerinnen und -partner unterstützen den FrauenThemenMonat, darunter lokale Organisationen, Bildungseinrichtungen und Institutionen, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen. Wer mehr als diese Auswahl sucht, findet das gesamte Programm im Programmheft, das an der Rathausinfo erhältlich ist und online zum Download bereitsteht.
Der FrauenThemenMonat 2026 im Überblick
- Zeitraum: Dienstag, 3. November, bis Freitag, 4. Dezember (Hauptprogramm bis 28. November, am 4. Dezember Autorinnenlesung)
- Motto: „FEM*Solidarity – Solidarisch zusammen. Feministisch voraus“
- Fr, 6. November, 18 Uhr, Stadtbibliothek Saarbrücken (Gustav-Regler-Platz 1): „Arbeiten im Gefängnis“ mit Julia Bonnaire und Selina Höh, Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail an frauenbuero@saarbruecken.de
- Fr, 13. November, 16 bis 19 Uhr, online: Workshop gegen Antifeminismus und zu frauenpolitischer Kommunikation auf Social Media, anschließend virtueller Stammtisch, Anmeldeinfos im Programmheft
- Sa, 14. November, 10 bis 16 Uhr, Ludwigsgymnasium (Stengelstraße 31): 9. Feministisches Barcamp Saar
- So, 15. November, 14 bis 18 Uhr, FrauenGenderBibliothek Saar (Großherzog-Friedrich-Straße 111): Comic-Workshop für 18- bis 25-Jährige, Anmeldung per E-Mail an das Frauenbüro
- Sa, 21. November, 18 Uhr, Halle4 (Halbergstraße 4): Lesung mit Veronika Kracher, Eintritt frei
- Programmheft: an der Rathausinfo und online unter www.saarbruecken.de/frauenthemenmonat
- Kontakt: Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken, Telefon +49 681 905-1649, E-Mail frauenbuero@saarbruecken.de





