Viele Menschen funktionieren. Sie arbeiten, planen, antworten, kümmern sich – und fühlen sich trotzdem innerlich erschöpft, gereizt oder nie ganz bei sich. Der Kopf bleibt laut, die To-do-Liste wächst, das Handy ist immer in Reichweite. Was nach normalem Alltag klingt, wird für viele sehr oft zum inneren Dauerstress. Jessica Hoffmann beschäftigt sich mit emotionaler Gesundheit. Im Gespräch erklärt sie, warum Gefühle nicht einfach weggedrückt werden sollten, weshalb Wut, Angst oder Trauer wichtige Hinweise sein können und warum Selbstfürsorge mehr ist als ein schönes Wort. Es geht um Reizüberflutung, alte Muster, eigene Grenzen – und um die Frage, wie Menschen wieder mehr Zufriedenheit im Alltag spüren können.

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Von Stephan Bonaventura
Frau Hoffmann, viele Menschen bekommen ihren Alltag irgendwie hin – Arbeit, Familie, Termine, Verpflichtungen. Und trotzdem fühlen sie sich innerlich oft müde, gereizt oder nicht wirklich zufrieden. Woran zeigt sich das?
Das kann sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Viele Menschen schlafen ausreichend und sind trotzdem ständig erschöpft. Manche kommen abends vor lauter Gedanken nicht zur Ruhe, die Nächte bleiben unruhig. Im Alltag können Konzentrationsprobleme folgen, eine geringe Motivation und auch Verspannungen. Wer dauerhaft in diesem Zustand lebt, ist schnell überfordert, der Blick verschiebt sich eher aufs Negative und das Regulieren von Emotionen fällt spürbar schwerer.



