Maya Leinenbach ist in Saarwellingen aufgewachsen. Da gab es kein veganes Café, keine sonstigen veganen Optionen weit und breit. Was andere vielleicht entmutigt hätte, hat sie einfach selbst gemacht – mit Zutaten aus dem nächsten Supermarkt, einem Handy und irgendwann Millionen Menschen, die ihre Rezepte nachgekocht haben und sie für ihre Leidenschaft lieben. Heute lebt sie im über 200 Kilometer weit entfernten Stuttgart, hat mit zwei Geschäftspartnerinnen ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und entscheidet sehr genau, mit wem sie zusammenarbeitet. Anfang 2025 hat sie pausiert – ohne Plan, ohne Zeitrahmen, weil ihr Körper einfach nicht mehr mitgemacht hat. Ein Jahr später redet sie offen darüber, was diese Zeit mit ihr gemacht hat. Wir haben mit ihr über Dibbelabbes und Teigtaschen gesprochen, über Social-Media-Druck und vegane Macarons, die nie gelingen – und darüber, dass man nicht laut sein muss, um gehört zu werden.

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Von Stephan Bonaventura
Über Maya Leinenbach:
Maya Leinenbach (*21. Juli 2004 in Saarwellingen) ist eine deutsche Foodbloggerin, Unternehmerin und Autorin. Als Kind zweier Lehrer aufgewachsen, besuchte sie die Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“ in Saarlouis und legte 2023 ihr Abitur ab. Anschließend zog sie nach Stuttgart. Bereits 2019 begann sie im Alter von 15 Jahren, vegane Rezepte auf Instagram zu veröffentlichen – unter dem Namen @fitgreenmind. Was als einfache Rezeptposts startete, entwickelte sich rasant zur größten veganen Creator-Präsenz Deutschlands. Heute folgen ihr über 6,6 Millionen Nutzer auf Instagram, TikTok, YouTube und Pinterest. Ihr Erfolgsrezept: alltagstaugliche, pflanzenbasierte Küche ohne Verzicht-Attitüde. Ihr Kochbuch „Ach, das ist vegan?“ enthält 50 Rezepte – darunter vegane Versionen von Gyros, Caesar Salad und Cheesecake. Im Februar 2024 gründete sie mit zwei weiteren Gesellschaftern die Fitgreenmind GmbH, über die sie Videos, Kochshows, Publikationen und Haushaltsgeräte vermarktet. 2026 folgte die Dokumentation „Better than Beef“, produziert vom Saarländischen Rundfunk. Ihr Motto: „Plant-based Food for Everyone.“

Als Sie in Saarwellingen aufgewachsen sind, gab es dort keine vegane Szene, keine echten Angebote weit und breit. Hat Sie das damals eher gebremst oder angetrieben?
Natürlich weiß ich nicht genau, wie ich mich entwickelt hätte, wenn ich woanders aufgewachsen wäre. Aber das fehlende Angebot war für mich definitiv ein Antrieb, mehr selbst zu kochen – und vor allem mit Zutaten, die es halt in jedem Supermarkt gibt. Ich glaube, das zeichnet meine Rezepte auch ein Stück weit aus: dass sie wirklich jeder nachkochen könnte.


