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Wie übersteht man eine Therapie, was kann die Immuntherapie, und wie schützt man sich vor HPV? Das Tumorzentrum des UKS antwortet darauf vor Ort und im Netz.
Etwa 75.000 Frauen bekommen in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Brustkrebs, mehr als 11.000 die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs. So lauten die jüngsten Zahlen des Robert Koch-Instituts für das Jahr 2023. Solche Zahlen lassen sich leicht überlesen, bis eine davon einen Namen trägt, den der Mutter, der Freundin oder den eigenen. Dann stehen die Fragen sofort im Raum, während die Antworten oft länger auf sich warten lassen. Das Universitätsmedizinische Zentrum für Tumorerkrankungen des Saarlandes (UTS) lädt deshalb am 29. Oktober zu einem öffentlichen Abend auf den Campus des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg ein. Im Mittelpunkt stehen Brustkrebs, das Endometriumkarzinom, so der medizinische Name für Krebs des Gebärmutterkörpers, und das Humane Papillomvirus (HPV).
Nebenwirkungen, Immuntherapie, Vorbeugung
Den Anfang macht das Leben mit der Therapie. PD Dr. Gilda Schmidt, Oberärztin und Leiterin der Brustsprechstunde, und Bettina Knapp, Bereichsleiterin der Onkologischen Fachpflege, beide an der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin des UKS, geben Tipps für den Umgang mit den Nebenwirkungen einer onkologischen Behandlung. Etwa jede achte Frau erkrankt laut Robert Koch-Institut im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs, die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei 88 Prozent. Wie man die Zeit der Therapie möglichst gut übersteht, beantwortet an diesem Abend deshalb nicht allein die Medizin: Mit Bettina Knapp ist auch die Fachpflege vertreten, die Patientinnen durch eine Therapie begleitet.
Das zweite Thema ist das Endometriumkarzinom, das im Schnitt mit 67 Jahren diagnostiziert wird. Auf ein mögliches Warnzeichen weisen Blutungen nach den Wechseljahren hin. Zu den Risikofaktoren zählen nach Angaben des Robert Koch-Instituts unter anderem Übergewicht, Diabetes Typ 2 und ein über lange Zeit wirkender Östrogeneinfluss. Prof. Dr. Julia Radosa, Leitende Oberärztin der Klinik, stellt neue Behandlungsansätze vor, im Programm steht dafür das Stichwort „Immuntherapie und Co.“. Dass sich auf diesem Feld einiges tut, zeigen die Zulassungen: Seit 2021 ist der Checkpoint-Hemmer Dostarlimab in der EU als Einzeltherapie für Frauen mit wiederkehrendem oder fortgeschrittenem Endometriumkarzinom zugelassen, deren Tumor die Reparatur von Erbgutfehlern nicht beherrscht und deren Erkrankung nach einer platinhaltigen Therapie weiter fortschreitet. Seit Anfang 2025 gibt es außerdem eine Zulassung in Kombination mit einer Chemotherapie für die erste Behandlung bei fortgeschrittener oder wiederkehrender Erkrankung. Auch die Vorbeugung kommt zur Sprache, also die Frage, wie sich die Entstehung der Erkrankung möglichst verhindern lässt.
Den dritten Schwerpunkt setzt Dr. Ute Schmidt, Funktionsoberärztin und Leiterin der Dysplasie-Einheit der Klinik. Dysplasien sind Gewebeveränderungen, die als Vorstufen von Krebs gelten, und HPV ist einer der Risikofaktoren, an denen die Vorbeugung ansetzt. Nach Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut lassen sich in Deutschland jährlich rund 10.000 bis 11.000 Krebsfälle auf HPV-Infektionen zurückführen, an Gebärmutterhalskrebs starben 2023 rund 1.400 Frauen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren, dann genügen zwei Dosen. Versäumtes lässt sich bis 17 nachholen, mit drei Dosen. Wie weit das umgesetzt wird, zeigen die Zahlen des Robert Koch-Instituts: Stand 2024 waren nur etwa die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und ein Drittel der gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft. Für Eltern von Kindern im impfempfohlenen Alter ist der Abend damit auch ganz praktisch von Nutzen.
Zum Schluss ist Raum für das Gespräch mit der Frauenselbsthilfe Krebs Saarland, vertreten durch Britta Keller. Fragen können Teilnehmerinnen und Teilnehmer ohnehin vor, während und nach den Vorträgen stellen, die Veranstalter legen großen Wert auf den Austausch.
Das Tumorzentrum und seine Gynäkologie
Das UTS ist der Zusammenschluss von 13 Organkrebszentren und weiteren interdisziplinären Einrichtungen am UKS und seit 2021 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Zwei dieser Zentren gehören zur Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin: das Brustkrebszentrum und das Gynäkologische Krebszentrum, dem die zertifizierte Gynäkologische Dysplasie-Einheit angegliedert ist. Das Brustkrebszentrum war eines der ersten im Saarland und ist seit 2004 zertifiziert, das Gynäkologische Krebszentrum blickt in diesem Jahr auf zehn Jahre Zertifizierung zurück. Verschiedene Fachdisziplinen arbeiten eng zusammen, regelmäßige Tumorkonferenzen legen für jede Patientin ein individuelles Therapiekonzept fest, und über die Teilnahme an Studien kann der Zugang zu neuartigen, noch nicht allgemein verfügbaren Verfahren möglich werden.
Gefördert wird der onkologische Patientenkongress von der Deutschen Krebshilfe. Die Organisation wurde 1974 von Dr. Mildred Scheel gegründet, ist Mitinitiator des Nationalen Krebsplans und Partner der „Nationalen Dekade gegen Krebs“. Nach eigenen Angaben ist sie der größte private Geldgeber der Krebsbekämpfung in Deutschland und finanziert ihre gesamten Aktivitäten ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen.
Der Abend ist als Hybridveranstaltung angelegt und richtet sich an Erkrankte, Angehörige und alle Interessierten, auch an jene, die ihr Krebsrisiko senken oder mehr über Vorsorgeuntersuchungen erfahren möchten. Wer von zu Hause zuschauen will, wählt sich mit einem beliebigen internetfähigen Gerät ein. Dafür ist vorab eine Anmeldung per E-Mail nötig, den Einwahllink gibt es danach. Die Reihe „Krebs im Dialog“ läuft 2026 von März bis November, als Nächstes steht am 26. November Prostatakrebs auf dem Programm, das komplette Jahresprogramm 2026 liegt online bereit.
Infoabend des UTS: Brustkrebs, Endometriumkarzinom, HPV
Wann: Donnerstag, 29. Oktober 2026, 17 bis 19 Uhr
Wo: Seminarraum 1, Zentrales Hörsaalgebäude (Geb. 35), Campus des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg, oder online
Eintritt: kostenlos
Anmeldung: nur für die Online-Teilnahme, per E-Mail an uts@uks.eu, der Einwahllink kommt nach der Anmeldung
Rückfragen: Tel. 0 68 41 / 16-2 74 33 (8 bis 15 Uhr) oder uts@uks.eu
Mehr Infos: www.uks.eu/uts





