Die Psychiatrie des Universitätsklinikums des Saarlandes beteiligt sich an der internationalen EMBRACE-Studie. Erprobt wird ein neues Prüfmedikament, das dort mit psychologischer Begleitung kombiniert wird.
Viele Menschen mit schwerer Depression nehmen Tag für Tag ihre Tablette und merken trotzdem, dass sich der Nebel nie ganz lichtet, als sei die Behandlung irgendwo auf halber Strecke stehen geblieben. An sie richtet sich eine Studie, an der sich die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg beteiligt. Sie heißt EMBRACE und untersucht, wie das Klinikum schreibt, „eine andere Art von Prüfmedikament“.
Was sich hinter dem Präparat genau verbirgt, lässt die Klinik offen. Deutlicher ist der Rahmen, in dem es erprobt wird. Laut EU-Studienregister CTIS handelt es sich um eine Phase-3-Studie, also um die letzte große Prüfstufe vor einer möglichen Zulassung, in der Wirksamkeit und Sicherheit gleichermaßen untersucht werden. Homburg ist eines von vier Prüfzentren in Deutschland, weitere Kliniken in Tschechien, Griechenland, Irland und Polen sind ebenfalls beteiligt. Angelegt ist die Studie doppelblind. Ein Teil der Teilnehmenden erhält ein Placebo, und solange die Studie läuft, wissen weder sie noch das Studienteam, wer in welcher Gruppe ist.
Allein steht das Prüfmedikament dabei nicht. Es wird mit mehreren Sitzungen bei zugelassenen Therapeutinnen und Therapeuten verbunden, die im Betreuungsmodell EMBARK ausgebildet sind, und die bisherigen Antidepressiva nehmen die Teilnehmenden weiter ein. Das Klinikum hofft, dass diese Kombination den Betroffenen hilft, tiefer in ihre eigenen Gedanken einzutauchen und so die Heilung zu fördern. Ob das gelingt, soll die Studie erst zeigen.
Wer sich darauf einlässt, sollte etwa viereinhalb Monate einplanen. In dieser Zeit stehen acht Termine in der Klinik und acht Videoanrufe an, dazu kommen neun psychologische Unterstützungssitzungen, die per Video oder vor Ort stattfinden. Aufgenommen werden Menschen zwischen 18 und 85 Jahren mit diagnostizierter schwerer Depression, deren aktuelles Medikament aus ihrer Sicht nicht ausreichend hilft und die seit mindestens vier Wochen ein einzelnes Antidepressivum in gleichbleibender Dosis nehmen. Ausgeschlossen sind unter anderem Menschen mit einer psychotischen Störung wie Schizophrenie oder mit einer bipolaren Störung. Welche weiteren Voraussetzungen gelten, klärt das Studienteam vorab im Gespräch.
Info: Studienkoordination Psychiatrie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Tel. (0 68 41) 16 – 1 42 19, E-Mail studien.psychiatrie@uks.eu, www.uks.eu/psychiatrie


