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Wie wird aus einer Idee ein Drehbuch? Das Saarländische Filmbüro gibt in vier Workshops Antworten

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Vom Grundgerüst einer Geschichte bis zum Dialog zwischen den Zeilen: Das Saarländische Filmbüro lädt ab September zu vier Tagesworkshops mit dem Autor und Dramaturgen Erhard Schmied. Vorkenntnisse braucht dafür niemand.

Dass eine Filmfigur überzeugt oder ins Leere läuft, hat oft weniger mit der Kamera zu tun als mit dem, was vorher auf dem Papier entschieden wurde. Erhard Schmied hat Psychologie studiert, bevor er zum Autor, Lektor und Dramaturgen wurde – ein Hintergrund, der ihm bei der Frage nützt, was Figuren antreibt und woran sie scheitern. Genau dieses Handwerk gibt er von September bis Dezember in einer vierteiligen Workshop-Reihe des Saarländischen Filmbüros weiter, die sich an Filmschaffende ebenso richtet wie an alle, die ein Drehbuch zum ersten Mal versuchen wollen.

Die vier Termine liegen jeweils an einem Samstag, im Schnitt einer pro Monat, und bauen inhaltlich aufeinander auf – wer mag, kann aber auch einzelne Tage belegen, ohne die anderen zu kennen. Los geht es am 19. September mit dem klassischen Drei-Akt-Modell, jener Erzählform, die weltweit die meisten Filme prägt. Anhand eines Blockbusters legt Schmied offen, wie Struktur und Wirkung zusammenhängen, und bezieht dabei die eigenen Projektideen der Teilnehmenden mit ein.

Figuren, die aneinandergeraten

Eine Geschichte trägt sich nicht durch ihre Struktur allein, sondern durch Figuren, deren Denken und Handeln sie vorantreiben – und damit zwangsläufig durch den Konflikt, ohne den keine Story auskommt. Genau darum geht es beim zweiten Termin am 17. Oktober, der unter dem Titel „Figur und Konflikt“ steht. Der Workshop fragt, was einen überzeugenden Charakter ausmacht, wie ein Figurenensemble Dynamik entwickelt und welche Interessen und Lösungsstrategien Autorinnen und Autoren ihren Figuren mitgeben.

Dialoge und andere Wege des Erzählens

Der dritte Termin, am 14. November, widmet sich dem Dialog. Film erzählt vor allem in Bildern, gewinnt seine Tiefe aber oft gerade über das gesprochene Wort und dessen Subtext, und genau dieses Zusammenspiel nimmt der Workshop in den Blick. Wie ein Gespräch im Drehbuch authentisch klingt, arbeitet Schmied auch an Textproben durch, die Teilnehmende mitbringen. Den Abschluss bildet am 12. Dezember ein Blick über den Tellerrand des klassischen Erzählens hinaus, denn Regisseure wie Quentin Tarantino und Christopher Nolan haben gezeigt, dass sich Geschichten auch jenseits des Drei-Akt-Modells erzählen lassen. Anhand von Filmbeispielen fragt der Workshop, wann solche Strukturen tragen und welche Probleme sie aufwerfen.

Veranstaltet wird die Reihe im Versammlungsraum des Kultur- und Werkhofs Nauwieser 19 in Saarbrücken. Übrigens im selben Haus, in dem der 1987 gegründete gemeinnützige Verein auch sein eigenes Büro hat und seit fast vier Jahrzehnten die Filmkultur der Großregion Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Lothringen und Wallonien fördert. Schmied selbst lehrt seit 2010 auch an der Universität des Saarlandes szenisches Schreiben, Dramaturgie und Hörspiel und wurde zweimal mit dem Hans-Bernhard-Schiff-Literaturpreis ausgezeichnet.

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