Das KuBa in Saarbrücken widmet der neue gruppe saar ab 13. September eine umfassende Werkschau. Jener Künstlervereinigung, die dem Saarland nach 1957 Anschluss an die westdeutsche Kunstmoderne verschaffte. Zur Eröffnung tritt zugleich der Kunstkritiker Bülent Gündüz sein Amt als neuer künstlerischer Beirat der Galerie an.
Groß geschrieben hat sich die neue gruppe saar nie: Schon ihr Name kommt vollständig in Kleinbuchstaben daher, ganz im Sinne der Bauhaus-Typografie, der sich die Gründer verpflichtet fühlten. 1957 schlossen sich in Saarbrücken abstrakt arbeitende Künstlerinnen und Künstler zusammen – in dem Jahr, in dem das Saarland nach der Zeit als eigenständig verwaltetes Gebiet politisch zur Bundesrepublik zurückkehrte und auch die hiesige Kunstszene neuen Anschluss an die westdeutsche Nachkriegsmoderne suchte.
Initiiert hatte den Zusammenschluss der Maler Boris Kleint, der an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken die Malklasse leitete und dort ein am Bauhaus orientiertes Grundstudium etablierte. Um einen gemeinsamen Stil ging es den Mitgliedern nie – im Vordergrund standen gegenseitige Unterstützung, der Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und Europa sowie gemeinsame Ausstellungen, und entsprechend weit reichte die stilistische Bandbreite von konstruktiv-konkreter Kunst bis zum Informel. Kleint und sein Mitstreiter Oskar Holweck zählen bis heute zu den prägenden Positionen der saarländischen Kunstgeschichte.
Frühwerke neben Schlüsselwerken
Seit einigen Jahren widmet sich die Galerie im KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof im Herbst jeweils einem Schwerpunkt aus der Kunstsammlung des Saarlandes. In diesem Jahr fällt die Wahl auf die neue gruppe saar: Unter dem Titel „überall ist neues“ sind bis zum 25. Oktober Gemälde, Zeichnungen und Objekte von Boris Kleint, Oskar Holweck, Horst Linn, Monika von Boch, August Clüsserath, Jo Enzweiler, Leo Kornbrust, Sigurd Rompza, Leo Erb und Willi Spiess zu sehen – exemplarisch für Werk und Entwicklung der Gruppe von den 1950er- bis in die 1970er-Jahre, mit selten gezeigten Frühwerken ebenso wie zentralen Schlüsselwerken.
Ergänzt wird die Kunstsammlung des Saarlandes durch Leihgaben aus dem Bestand des Instituts für aktuelle Kunst im Saarland – das der in der Ausstellung selbst vertretene Künstler Jo Enzweiler 1993 mitinitiierte – sowie aus Privatbesitz.

Verantwortet wird die Auswahl erstmals von Bülent Gündüz, der seit diesem Jahr als künstlerischer Beirat des KuBa amtiert. Der Saarbrücker Kunstkritiker, der auch im Mitgliederverzeichnis von AICA Deutschland geführt wird, schreibt seit 2001 freiberuflich für Tages- und Wochenzeitungen sowie Kunstmagazine und legte 2013 eine Biografie über Jackson Pollock vor. Mit „überall ist neues“ verantwortet er nun seine erste Ausstellung am EuroBahnhof.
„überall ist neues.“ neue gruppe saar Kunstsammlung des Saarlandes, Werke aus Privatbesitz
Vernissage: Freitag, 11. September 2026, 18 Uhr Ausstellungsdauer: 13. September bis 25. Oktober 2026 Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 10–16 Uhr; Do und So 14–18 Uhr; Mo und Sa geschlossen Sonderöffnungszeiten an den Tagen der bildenden Kunst: Sa, 26. September, 14–18 Uhr; So, 27. September, 11–18 Uhr Eintritt frei
KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof (Galerie) Europaallee 25, 66113 Saarbrücken


