Der saarländische Maler Jörg Munz und der Klangkünstler Roman Redzimski, die zuvor schon einmal gemeinsam die Rückeroberung alter Bergbauflächen rund um Landsweiler-Reden durch die Natur künstlerisch verarbeitet haben, zeigen ab dem 7. September ihre neue Ausstellung SOUND AND SPACE im Vereinshaus Fraulautern. Im Zentrum steht eine ungewöhnliche Frage: Wie klingt eigentlich ein Bild?
Schallwellen sichtbar zu machen, wie sie nach Angaben der Veranstalter auch in der Behandlung von Tinnitus eingesetzt werden, ist der Ausgangspunkt von SOUND AND SPACE, das als Weltpremiere angekündigt ist. Der saarländische Klangkünstler Roman Redzimski hat dafür Aufnahmen aus mehreren europäischen Ländern zu eigens erzeugten Klangwellen verarbeitet, die per Projektionstechnik direkt auf die großformatigen Gemälde von Jörg Munz treffen. Wo sonst nur betrachtet wird, entsteht so ein Zusammenspiel aus Sehen und Hören, bei dem die Bilder selbst zum Resonanzraum werden, statt nur Bildträger zu sein. Wer vor den Gemälden steht, wird nach Angaben der Künstler Teil dieses Wechselspiels aus Bild, Ton und Körper.
Von der Bergbaulandschaft zur Klangkunst
Redzimski und Munz verbindet bereits ein früheres Projekt. Für die Dokumentation ReNatur haben sich beide mit der Rückeroberung ehemaliger Bergbauflächen durch die Natur auseinandergesetzt: Redzimski führte Regie und produzierte den Dokumentarfilm, Munz brachte großformatige Ölgemälde auf grobem Jutegewebe ein, in denen er Industriebrachen in mehreren transparenten Farbschichten aufbaut, bis sich Konturen erst nach und nach abzeichnen. Der 1960 in Sulzbach geborene Munz, der an der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken 2004 sein Diplom mit Auszeichnung machte und Meisterschüler bei Bodo Baumgarten war, hat mit Serien wie „Brache“ und „Saarkohlewald“ schon mehrfach die Grenze zwischen wuchernder Natur und stillgelegter Industrie gemalt. Was dort die sichtbaren Spuren einer im Wandel begriffenen Landschaft waren, verschiebt sich in SOUND AND SPACE ins Hörbare.
Die Klangaufnahmen, die in die Installation einfließen, stammen aus mehreren europäischen Ländern und tragen nach Angaben der Veranstalter jeweils eigene akustische Eigenheiten in die Ausstellung, aus denen eine gemeinsame akustische Identität entstehen soll. Dahinter steht, wie es in der Projektbeschreibung heißt, ein größerer Anspruch: Kunst als Verständigung ganz ohne Sprache, die Menschen unabhängig von Herkunft oder Nationalität zusammenbringen soll.
Das Vereinshaus Fraulautern
Zu sehen ist die Premiere vom 7. bis 12. September, täglich von 14 bis 16 Uhr, im Vereinshaus Fraulautern, das seit Mitte der 1990er-Jahre als Veranstaltungsort im gleichnamigen Saarlouiser Stadtteil dient. Eröffnet wird sie am 8. September um 15 Uhr, mit dabei sind Saarlouis‘ Oberbürgermeister Marc Speicher und der Kurator Meinrad Maria Grewenig, der die Völklinger Hütte, das saarländische Weltkulturerbe, seit 1999 als Generaldirektor leitet und dort unter anderem große Ausstellungen zu Leonardo da Vinci und Napoleon kuratiert hat. Präsentiert wird SOUND AND SPACE von der Stadt Saarlouis gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung und Kultur Saarland.
Wer die Ausstellung besucht, soll laut Ankündigung mehr erleben als bloßes Zuschauen, denn Klang und Bild interagieren demnach mit dem Körper der Besucherinnen und Besucher und können eine spürbare Entspannung auslösen – ein Effekt, den man sonst eher Wellness-Anwendungen zuschreibt, hier aber aus einer Kunstinstallation heraus entstehen soll. Ob das gelingt, lässt sich nur vor Ort herausfinden, in den sechs Tagen, die die Schau in Fraulautern zu Gast ist.
SOUND AND SPACE Ausstellung: 7. bis 12. September 2026, täglich 14–16 Uhr Eröffnung: 8. September 2026, 15 Uhr, mit Oberbürgermeister Marc Speicher Ort: Vereinshaus Fraulautern, Saarbrücker Straße 5, 66740 Saarlouis Künstler: Roman Redzimski (Klanginstallation), Jörg Munz (Malerei) Kuration: Meinrad Maria Grewenig Präsentiert von: Stadt Saarlouis und Ministerium für Bildung und Kultur Saarland


