Am 15. August öffnet die Bruch Brauerei ihr Gelände im historischen Neunkircher Hüttenareal für das erste große Brauereifest an ihrem neuen Standort. Sechs Biere vom Fass stehen auf dem Programm, außerdem eine eigens erfundene Bier-Olympiade und natürlich Live-Musik bis tief in den Abend erwarten die Gäste – alles bei freiem Eintritt.
Um zwölf Uhr mittags wird am Samstag das erste Fass angestochen, und für die Bruch Brauerei endet damit eine Geschichte, die zuletzt oftmals mehr mit Umzugskartons als mit Braukesseln zu tun hatte. Von 11 bis 23 Uhr lädt die älteste Brauereimarke des Saarlandes auf ihr neues Gelände in der Saarbrücker Straße 14 in Neunkirchen ein, mitten ins denkmalgeschützte Hüttenareal, wo bis 1982 Roheisen verhüttet wurde und heute Sudpfannen stehen. Der Eintritt ist frei, das Gelände barrierefrei zugänglich, und wer schon einmal an einem Sommerabend durch die benachbarte Gebläsehalle spaziert ist, ahnt, welche Kulisse sich die Brauerei für ihren ersten großen Auftritt am neuen Standort ausgesucht hat.
Der Fassanstich um 12 Uhr eröffnet das Fest offiziell. Danach können alle Besucherinnen und Besucher bei kostenlosen Brauereiführungen einen spannenden Blick hinter die Kulissen werfen und erfahren, wie aus Malz, Hopfen und Wasser die Biere entstehen, die im Saarland seit über 300 Jahren getrunken werden. Die Teilnehmerzahl der Führungen ist begrenzt, wer dabei sein möchte, sollte sich früh am Stand vor Ort einfinden.
Sechs Biere vom Fass und gleich mehrere Premieren
Im Zentrum des Tages steht, wie es sich für ein zünftiges Brauereifest gehört, das Bier selbst – und zwar gleich in sechs verschiedenen Fassungen. Neben den bekannten Bruch-Klassikern wie Zwickel und Landbier zapft die Brauerei mehrere Neuheiten an, die es teilweise nur an diesem Tag zu probieren gibt. Neu im Sortiment ist das McKiehn Stout, ein vollmundiges dunkles Bier mit den kräftigen Röstaromen, die ein Stout ausmachen, dazu feinen Noten von Kaffee und dunkler Schokolade. Für den Sommer hat die Brauerei außerdem ein kaltgehopftes Amarillo Lager mit 4,5 Prozent Alkohol als limitierte Edition gebraut. Mehrere ausgewählte Fruchthopfensorten geben dem leichten Lagerbier intensive Zitrus- und tropische Fruchtaromen, gedacht als Begleiter für warme Tage wie diesen. Am Vormittag schenkt der Braumeister persönlich eine Aprikosen-Weiße aus, eine echte Rarität, von der lediglich 20 Liter zur Verfügung stehen – erhältlich nur, solange der Vorrat reicht. Wer die Spezialität probieren möchte, kommt besser früh statt spät.
Die erste Bruch-Bier-Olympiade sucht den „Bruch Bier Meister“
Schon am Vormittag startet mit der ersten Bruch-Bier-Olympiade ein echtes Novum in der Geschichte des Fests. Bis zu 20 Teams mit jeweils fünf Personen treten in abwechslungsreichen Disziplinen gegeneinander an, bei denen Geschicklichkeit, Teamgeist, Kraft und Wissen rund ums Bier gefragt sind. Mitmachen kann jedes Team unabhängig von Geschlecht oder Vereinszugehörigkeit, einzige Bedingung ist ein Mindestalter von 18 Jahren für alle Teilnehmenden. Die Teilnahme ist kostenlos, angemeldet wird sich vorab unter www.bruchbier.de. Für das Siegerteam hat sich die Brauerei einen Hauptpreis ausgedacht, der ihrem eigenen Namen alle Ehre macht – monatlich elf Kisten Bruch Bier von August bis Dezember, macht unterm Strich 55 Kisten. Weitere Preise warten auf die Plätze dahinter.

Hüpfburg, Grillteller und Bands bis in den Abend
Kulinarisch ist für jeden Geschmack etwas dabei, von veganen und vegetarischen Spezialitäten bis zu herzhaften Grillgerichten, hier werdet ihr sicher satt. Für die jüngsten Gäste steht eine Hüpfburg bereit, und wer auf der Suche nach einem Andenken ist, kann sich die neue Bruch-Merchandise-Kollektion ansehen, die an diesem Tag erstmals vorgestellt wird. Musikalisch begleitet wird das Fest über den ganzen Tag hinweg, und auch hier geht es schön vielfältig zur Sache. Auf der Bühne stehen unter anderem Malibu Multi und Skaver, die für Festivalstimmung bis in die Abendstunden sorgen sollen. Die Band Skaver aus Saarbrücken tritt seit 2016 mit ihrem Mix aus Ska, Reggae und Dancehall regelmäßig auf saarländischen Bühnen auf, weitere Künstlerinnen und Künstler ergänzen das Programm im Lauf des Tages.
Eine Brauerei mit über 300 Jahren Geschichte – und einem echten Neuanfang
Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Sommerfest wirkt, hat für die Bruch Brauerei eine größere Bedeutung. Gegründet wurde sie 1702 von Johann Daniel Bruch als kleine Gasthausbrauerei „Zum Stiefel“ am St. Johanner Markt in Saarbrücken. Damit ist Bruch die älteste Brauerei und, nach der Dillinger Hütte, das zweitälteste Unternehmen des Saarlandes. 1899 zog die Produktion in die Scheidter Straße in Saarbrücken um, wo modernere Brautechnik den Ausstoß deutlich steigerte. Über neun Generationen blieb die Brauerei in Familienhand, zuletzt unter Lukas Bruch, der sie 2021 von seinem Vater Thomas Bruch übernahm.
Die vergangenen Jahre verliefen allerdings alles andere als geradlinig. Schon 2018 meldete die Brauerei wegen einer sechsstelligen Steuernachzahlung Insolvenz an, und als die Corona-Pandemie die Umsätze einbrechen ließ, wurde aus dem geplanten Sanierungsverfahren ein reguläres Insolvenzverfahren. 2021 verkaufte die Familie die Traditionsimmobilien am St. Johanner Markt und in der Scheidter Straße, im gleichen Zug übernahm Lukas Bruch die Brauerei in neunter Generation von seinem Vater Thomas Bruch. Ende 2022 musste die Produktion vorübergehend zur Kirner Privatbrauerei nach Rheinland-Pfalz auswandern, weil sich in Saarbrücken kein neuer Standort fand. Im Juli 2024 kam die nächste Zäsur, als die Brauerei ihr Stammhaus in der Scheidter Straße verlassen musste und erneut Insolvenz anmeldete.

Gerettet hat die Marke am Ende kein Investor von außen, sondern jemand, der Bruch von innen kannte. Jonas Kirch hatte selbst mit 23 Jahren als Marketing- und Vertriebsleiter bei Bruch angefangen, bevor er mit 27 den Ulanen Pavillon am Saarbrücker Staden übernahm und später als Verkaufsleiter zur Brauerei Maisel nach Bayreuth wechselte, die zweimal in Folge zur Brauerei des Jahres gekürt wurde. Diesen sicheren Job gab er auf, um Bruch zu übernehmen. Zur Familie Bruch, deren Name weiterhin auf jeder Flasche steht, pflegt er nach eigener Aussage bis heute ein freundschaftliches Verhältnis. Im Interview mit unserem Magazin beschreibt Kirch, wie die Entscheidung über Monate reifte: „Immer wieder dieser Gedanke: Es wäre wahnsinnig schade, wenn diese Marke komplett verschwindet. Und irgendwann wurde aus diesem Gefühl eine Entscheidung.“
Mehr zu Jonas Kirch und der Bruch Brauerei:
Übernommen hat Kirch dabei bewusst nicht die insolvente Bruch Brauerei GmbH, sondern nur die Marke, für die er mit der Privatbrauerei Saar GmbH ein komplett neues Unternehmen gründete. Zum 1. August 2024 zog der Betrieb komplett nach Neunkirchen um. Für die neue Produktionsstätte tat sich Bruch mit dem fränkischen Anlagenbauer Kaspar Schulz zusammen, der als ältester Brauanlagen-Hersteller der Welt gilt. Seit Mai 2025 wird in Neunkirchen wieder gebraut und an Gastronomie- und Handelspartner im Saarland ausgeliefert.
Ihr neues Zuhause hat die Brauerei in der 1904 erbauten Energiezentrale des einstigen Neunkircher Eisenwerks gefunden, oberhalb der historischen Gebläsehalle und des neu gestalteten Susan-Weinert-Wegs, benannt nach der 2020 verstorbenen Neunkircher Jazzgitarristin. Eisenverhüttung hatte an diesem Standort eine mehr als 300 Jahre alte Tradition, bis der letzte Hochofen 1982 erlosch. Heute ist das Areal, zwischen Gebläsehalle und Hüttenpark, Teil des Neunkircher Hüttenwegs, der die Industriegeschichte der Stadt für Besucherinnen und Besucher erlebbar macht – ein Ort, an dem Schwerindustrie und Braukunst nun unter einem Dach zusammenkommen.

„Mit unserem Brauereifest möchten wir zeigen, wofür Bruch heute steht: ehrliches Brauhandwerk, innovative Bierspezialitäten und echte Gastfreundschaft. Neben unseren bekannten Sorten präsentieren wir in diesem Jahr gleich mehrere Biere, die es teilweise ausschließlich bei unserem Brauereifest geben wird. Uns ist wichtig, dass die Menschen unsere Brauerei erleben können – mit Blick hinter die Kulissen, guter Musik, gutem Essen und natürlich einem frisch gezapften Bruch Bier. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit vielen Gästen einen unvergesslichen Tag zu feiern“, sagt Jonas Kirch, Geschäftsführer der Bruch Brauerei.
„Ein Schlückchen Heimat“ nennt Kirch im Interview mit unserem Jetzt. Magazin das, wofür Bruch am Ende stehen soll – kein leerer Werbespruch für ihn, sondern die Erinnerungen, Orte und gemeinsamen Momente, die viele Menschen im Saarland mit der Marke verbinden.
Das Brauereifest 2026 wird sicher wieder einen Höhepunkt in der Firmengeschichte darstellen, alle freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Bruch Brauereifest 2026
- Datum: Samstag, 15. August 2026
- Uhrzeit: 11:00 bis 23:00 Uhr
- Fassanstich: 12:00 Uhr
- Ort: Bruch Brauerei, Saarbrücker Straße 14, 66538 Neunkirchen
- Eintritt: kostenlos
- Barrierefreiheit: barrierefreier Zugang vorhanden
- Anmeldung Bier-Olympiade: www.bruchbier.de


