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„Steckerlfischfiasko“: Verlässliche Krimikost zum Jubiläum

Der zehnte Fall von Bayerns beliebtestem Dorfpolizisten bringt einen toten Steckerlfischkönig, zwei verfeindete Volksfestclans und eine Bürgermeisterkandidatin namens Susi mit sich. Nach dreizehn Jahren und neun Vorgängern liefert die Reihe genau das, wofür ihre treue Fangemeinde sie liebt.

Es gibt in Deutschland eine ganze Sparte von Kriminalgeschichten, die sich weniger über ihre Täter als über ihr Essen und die Gegend definiert: der Landkrimi, meist in Bayern, Franken oder der Eifel angesiedelt, meist mit einem grantelnden Ermittler, der lieber am Stammtisch sitzt als im Präsidium. Kaum eine Reihe hat dieses Prinzip so konsequent und so erfolgreich durchdekliniert wie die Verfilmungen von Rita Falks Romanen um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer, deren Titel seit „Dampfnudelblues“ von 2013 ausnahmslos aus einem bayerischen Gericht und einer dazu gereimten Katastrophe bestehen, von „Schweinskopf al dente“ über „Grießnockerlaffäre“ und „Sauerkrautkoma“ bis zu „Leberkäsjunkie“. Dass daraus überhaupt eine Kinoreihe wurde, war ursprünglich gar nicht geplant, „Dampfnudelblues“ war als Fernsehfilm gedacht, bis eine bayerische Kinobesitzerin darauf bestand, ihn auch auf die große Leinwand zu bringen. Ein guter Instinkt, wie sich zeigen sollte. Mit „Steckerlfischfiasko“ liegt nun der zehnte kulinarische Kriminalfall vor, diesmal dreht sich alles um den örtlichen Steckerlfischkönig, der tot in der Umkleidedusche eines neuen Golfclubs aufgefunden wird, erschlagen, wie sich zeigt, mit einem fehlenden Siebener-Eisen.

Was die Kriminalkomödie-Reihe von den meisten deutschen Franchises unterscheidet, ist ihre echte Beständigkeit. Regisseur Ed Herzog inszeniert seit dem allerersten Teil, und auch Sebastian Bezzel, Simon Schwarz und Lisa Maria Potthoff spielen seit 2013 dieselben Figuren, ohne dass sich das Ensemble je grundlegend verändert hätte. Das erzeugt über die Jahre einen markanten Wiedererkennungswert, den man in der deutschen Filmlandschaft selten in dieser Konsequenz findet, und erklärt auch, warum ein Franchise, das mit einem eigentlich für die ARD gedachten Fernsehfilm begann, mittlerweile zuverlässig Kinostarts füllt.

Ein Fall zum Wohlfühlen

Die Ermittlungen in „Steckerlfischfiasko“ führen Eberhofer und seinen treuen Kumpel Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) in ein Milieu aus rivalisierenden Volksfestclans und betuchten Golfclubmitgliedern, während zuhause die Renovierung ansteht und Susi (Lisa Maria Potthoff) sich als Bürgermeisterkandidatin aufstellen lässt, was in Niederkaltenkirchen naturgemäß für zusätzliche Unruhe sorgt. Für eine hübsche Überraschung sorgt ausgerechnet die Leiche: Christian Tramitz, seit der „Bullyparade“ und den Kassenschlagern „Der Schuh des Manitu“ und „(T)Raumschiff Surprise“ einer der bekanntesten deutschen Comedy-Gesichter, spielt den ermordeten Steckerlfischkönig Paulus – ein charmantes Kabinettstückchen, das zeigt, wie viele arrivierte Kollegen offenbar gerne für ein paar Drehtage in Niederkaltenkirchen vorbeischauen.

Dass der eigentliche Mordfall dabei nie zur Nervenprobe für den Zuschauer wird, ist keine Schwäche, sondern seit jeher das Prinzip der Reihe: Wer wegen einer messerscharf konstruierten Krimihandlung kommt, war bei Eberhofer noch nie richtig, hier zählt das Drumherum. Und das liefert diesmal reichlich, von Rudis notorischem Körpergeruch über Streitigkeiten ums Ballettunterricht der jüngsten Dorfgeneration bis zu kleinen, liebevoll gezeichneten Szenen etwa mit dem Metzgersohn. Im Vergleich zum Vorgänger „Rehragout-Rendezvous“, der 2023 mit deutlich derberem Ton für Gesprächsstoff sorgte, schlägt „Steckerlfischfiasko“ einen milderen, fast nostalgischen Ton an, der eher an die frühen, ausgeglicheneren Filme der Reihe erinnert – eine Rückbesinnung, die dem Ensemble sichtlich guttut.

Quelle: Constantin Film

Und dieses Ensemble trägt den Film herrlich mühelos. Die Bromance zwischen Bezzel und Schwarz funktioniert nach zehn Filmen so verlässlich wie eh und je, die einzelnen Pointen sitzen punktgenau, und das niederbayerische Setting ist so bildschön fotografiert, dass man dem Dorf Niederkaltenkirchen glatt einen Kurzurlaub abkaufen würde. Wer diese Reihe schon seit „Dampfnudelblues“ begleitet, bekommt hier genau das, wofür man sie ins Herz geschlossen hat: vertraute Gesichter, warme Situationskomik und ein Milieu, das sich anfühlt wie ein Besuch bei alten Bekannten. Neu erfinden muss sich „Steckerlfischfiasko“ dafür nicht, und das ist, nach zehn Filmen und dreizehn Jahren, auch völlig in Ordnung so.


Steckerlfischfiasko
Genre: Krimikomödie
Regie: Ed Herzog
Drehbuch: Ed Herzog, Stefan Betz (nach dem Roman von Rita Falk)
Cast: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Gerhard Wittmann, Christian Tramitz u. a.
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 99 Minuten
Kinostart: 13. August 2026

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