- Anzeige -

StartKulturFilme & Serien„Fünf Prozent Glamour, 95 Prozent harte Realität": Koxi im...

„Fünf Prozent Glamour, 95 Prozent harte Realität“: Koxi im großen Interview über ihr Langfilmdebüt „Liebhaberinnen“

Sie können Artikel des Jetzt. Magazins in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen.

Jetzt aktivieren Mehr erfahren

Jetzt.+ Inhalt

Von Stephan Bonaventura

Mit „Liebhaberinnen“ bringt Koxi einen Stoff auf die Leinwand, der sie seit dem Studium begleitet: Elfriede Jelineks Roman über zwei Frauen, die sich in ökonomischer Abhängigkeit und in der Ökonomie der Liebe gleichermaßen verstricken.

Der Weg dorthin war lang. Es wurde ihr abgeraten, ausgerechnet mit einer Adaption ihr Debüt zu wagen, und im Finanzierungsprozess musste sie darum kämpfen, ihre Frauenfiguren scheitern statt „stark“ sein zu lassen. Im Februar feierte ihr Spielfilmdebüt seine umjubelte Weltpremiere im Forum der Berlinale. Ab dem 22. Oktober läuft der Film bundesweit im Kino, passenderweise zum 80. Geburtstag von Elfriede Jelinek. Gedreht wurde unter anderem im Saarland, in der Grenzregion zwischen Luxemburg und der Saarschleife, in der Koxi aufgewachsen ist und wo bis heute ein Großteil ihrer Familie und Freundinnen lebt. Wir sprechen in diesem Interview mit der begabten Künstlerin über einen jahrzehntelangen Kampf um einen unbequemen Stoff, über Musik als zweite künstlerische Sprache neben dem Film, über die wirtschaftliche Realität hinter einem Kinodebüt und unter anderem darüber, warum Durchhaltevermögen im Filmgeschäft oft wichtiger ist als jedes Talent.

Koxi, die Weltpremiere von „Liebhaberinnen“ fand in diesem Februar auf der Berlinale statt. Wie haben Sie diese Tage erlebt?

Als sich die Berlinale kurz vor Silvester meldete, war ich gerade auf Reisen, und der Film war noch gar nicht fertig. Wir steckten mitten in der Soundmischung und im Color Grading. Der Anruf war fast ein Schock, ein positiver natürlich. Mein Autor & Komponist Antonio De Luca und ich sind komplett ausgetickt vor Freude. Im Rückblick war dieser Druck aber auch gut: Man könnte an so einem Film ja theoretisch ewig weiterschneiden, noch mal an den Sound, noch mal an die Musik. Die Einladung hat diesen Prozess zwangsbeendet – und manchmal muss so ein finaler Termin einfach her, damit etwas fertig wird.

Ich war dann zehn Tage durchgehend dabei, bei jedem Q&A, bei der Premiere mit meinem ganzen Team auf der Bühne. Die Reaktionen waren überwältigend positiv, es gab schöne Artikel etwa in der taz und im österreichischen Standard. Bei der Weltpremiere selbst konnte ich vor Aufregung kaum sprechen, der ganze Abend zog wie ein Fiebertraum an mir vorbei – ohne die Fotos wüsste ich ehrlich gar nicht mehr, wer alles da war. Am schönsten war fast das letzte Screening, noch einmal im großen, ausverkauften Saal der Weltpremiere, 700 bis 800 Plätze im Delphi Filmpalast.

Koxi & Antonio De Luca auf der Berlinale – Foto: Kox

Generell ist das Berlinale-Publikum ein sehr dankbares Publikum, auch wenn man vorher nie weiß, wer im Saal sitzt – es ist ja ein internationales Publikum, und man fragt sich schon: Versteht jeder den Humor dieses Films? Es gab wirklich gute Fragen, es war sehr berührend.

Fast am witzigsten war dann noch ein Zufall: Wir haben fast auf den Tag genau ein Jahr vor der Premiere mit den Dreharbeiten begonnen. Das war ein richtiger Full-Circle-Moment.

Der Roman, auf dem der Film basiert, begleitet Sie ja schon viel länger als die reine Drehzeit, wie hat Elfriede Jelineks Roman Sie damals gepackt?

Weiterlesen mit JETZT.

Sichere dir vollen Zugriff auf alle Jetzt+-Artikel oder lies diesen Artikel sofort einzeln.
Mit deinem Kauf hilfst du, besondere Geschichten aus dem Saarland sichtbar zu machen.
Schon Kunde? Bitte einloggen.
Werbung
Jetzt. Magazin +
Jetzt. Magazin +
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Exklusiv mit Jetzt+ lesen:

Jonas Kirch – Der Mann, der die saarländische Bruch Brauerei neu anzapft

In einer alten Energiezentrale in Neunkirchen glänzen wieder die Braukessel. Genau hier wagt die über 300 Jahre alte saarländische Kultmarke Bruch gerade den Neustart....

Fitnesstrends – Marco Epp erklärt, warum das FORMWERK in Bexbach am Puls der Zeit ist

Seit 2016 mischt Marco Epp mit seinem FORMWERK die Fitnessszene im Saarland auf. In Bexbach, wo sich das klassische Fitnessstudio längst als angesagte Adresse...

Klein gedacht war gestern. Die SAAR MUSIC AWARDS 2027 wollen die saarländische Musikszene sichtbar machen

Die saarländische Musikszene bekommt 2027 ein neues Format. Was dahintersteckt — und warum der Ort dafür nicht zufällig gewählt ist. Der Lokschuppen Dillingen hat schon...

Daniel Igel (Next Heroes) über Nerdkultur im Saarland – und wie daraus ein Eventphänomen wurde

Ein ganzes Land im Heldenfieber! Vom einstigen Nischenthema zur festen Größe im Veranstaltungskalender: Die saarländische Nerd-Kultur hat sich längst aus ihren Anfängen herausentwickelt. Maßgeblich...

Wie Social Media uns verändert – Thorsten Bost über Algorithmen, Vertrauen und Verantwortung

Zwischen Druckerschwärze und Algorithmus liegt ein ganzes Medienzeitalter – und Thorsten Bost hat beide Welten miterlebt. Als junger Gründer stellte er sich selbst an...

Süße Präzision – wie Delphine Buchholz das Backen zur Kunst erhebt

Es gibt Lebenswege, die sich nicht geradlinig erzählen lassen. Delphine Buchholz hat in Kamerun ihre Kindheit verbracht, ist zum Studium nach Deutschland gekommen, hat...

Jessica Hoffmann über emotionale Gesundheit und den Stress, den viele zu lange übersehen

Viele Menschen funktionieren. Sie arbeiten, planen, antworten, kümmern sich – und fühlen sich trotzdem innerlich erschöpft, gereizt oder nie ganz bei sich. Der Kopf...

Sechs Saiten, unendliche Freiheit – Jazzgitarrist Ro Gebhardt im Porträt

Wenn Sie sich fragen müssen, was Jazz ist, werden Sie es nie erfahren.“ – Louis Armstrongs Satz könnte auch zu Ro Gebhardt passen. Er...

- Anzeige -