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Im Keramik Kunst Museum in Neunkirchen treffen Werke aus der Sammlung Hannelore Seiffert auf Arbeiten einer neuen Generation. Studenten der Kunsthochschule haben sich die Stücke vorgenommen und daraus eigene Arbeiten entwickelt.
Viele denken beim Wort Töpfern immer noch an Demi Moore und Patrick Swayze an der Drehscheibe, und dafür muss sich niemand schämen. Die Szene aus „Ghost – Nachricht von Sam“ von 1990 hat einem ganzen Kinopublikum beigebracht, dass Ton vor allem romantisch ist und ein bisschen glitschig. Mit Jukebox-Romantik und „Unchained Melody“ hat „Clay Conversations“ wenig zu tun. Einen Gedanken teilt die Ausstellung im KKM Keramik Kunst Museum in Neunkirchen mit der Filmszene trotzdem, denn auch hier bringt Ton Menschen zusammen, nur eben zum Reden.
Das Projekt mit dem vollen Titel „Clay Conversations – Dreaming with the Hannelore Seiffert Collection“ hat das Museum zusammen mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar entwickelt. Junge Kunst- und Designstudenten haben dafür ausgewählte Werke der Sammlung gemeinsam betrachtet, analysiert und diskutiert. Begleitet wurden sie von Charlotte Schommer, die an der HBKsaar die Formwerkstatt für Gips und Keramik leitet, und von Museumsleiterin Dr. Liane Wilhelmus. Aus diesen Gesprächen sind Objekte und installative Arbeiten entstanden, die auf ihre Ausgangswerke reagieren und sie in eine eigene Richtung weiterdenken.

Möglich wird so ein Austausch in Neunkirchen durch eine Sammlerin. Über fast drei Jahrzehnte hat Hannelore Seiffert zeitgenössische Unikatkeramik zusammengetragen, figürliche Stücke ebenso wie abstrakte Objekte, Gefäße, Vasen und Schalen. Im April 2023 gingen rund 400 Arbeiten aus ihrem Besitz in eine eigene Stiftung über. Im August desselben Jahres eröffnete das KKM auf rund 300 Quadratmetern im KULT.Kulturzentrum. Seitdem ist der Bestand deutlich gewachsen und umfasst nach Angaben des Museums inzwischen mehr als 1.100 Objekte von 417 Künstlerinnen und Künstlern aus 38 Ländern. Dass sich das herumspricht, meldete die Stadt schon nach den ersten hundert Tagen. Damals waren unter den Gästen auch Besucherinnen und Besucher aus den Niederlanden und aus Norwegen.
Bemerkenswert ist, wie weit die Rolle der Studenten reicht. Sie zeigen eigene Arbeiten und haben zugleich den kuratorischen Rahmen mitgestaltet. In die Arbeit flossen Fragen zur Materialität und zur Geschichte und Gegenwart der Keramik ein, ebenso die Entwicklung der Texte und Vermittlungsformate, mit denen die Ausstellung ihr Publikum erreichen soll. Das Museum beschreibt „Clay Conversations“ als offenen Denk- und Erfahrungsraum, in dem Material, Form und Bedeutung neu verhandelt werden. Sichtbar werden soll dabei auch der Austausch, aus dem die Arbeiten hervorgegangen sind.


Das „Dreaming“ im Titel kann man als Hinweis lesen, dass hier frei und ohne allzu viel Ehrfurcht vor den renommierten Namen mit der Sammlung gearbeitet wird. Zur Eröffnung begrüßt Bürgermeisterin Lisa Hensler die Gäste, Schommer und Wilhelmus führen in die Ausstellung ein. Im Begleitprogramm sprechen die beiden außerdem in einem Keramikgespräch miteinander. Bei zwei Künstlerinnengesprächen mit öffentlicher Führung kommen dann im Gespräch mit Wilhelmus die Studenten selbst zu Wort.
Clay Conversations – Dreaming with the Hannelore Seiffert Collection
KKM Keramik Kunst Museum Stiftung Hannelore Seiffert, Marienstraße 2, 66538 Neunkirchen
Eröffnung: Fr 23.10.2026, 19 Uhr
Laufzeit: 24.10. bis 13.12.2026
Öffnungszeiten: Mi–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–17 Uhr, So und Feiertage 14–18 Uhr
Eintritt frei
Keramikgespräch: Charlotte Schommer im Gespräch mit Dr. Liane Wilhelmus, Mi 4.11., 18 Uhr
Künstlerinnengespräche mit öffentlicher Führung: Mi 18.11., 18 Uhr, und So 13.12., 14 Uhr
Infos und Programm: clay-conversations.de





