Eine Androidin vom anderen Planeten muss einen Job finden – sie verbraucht einfach zu viel Strom. Im Callcenter läuft das zunächst gut. Dann fängt ein Verschwörungstheoretiker an, ihr auf die Schliche zu kommen. Das ist eine der Geschichten, aus denen Saarbrücker Filmstudenten Hochschulfilme machen. Am Samstag zeigt das SR Fernsehen zum zweiten Mal die „HBKsaar-Filmnacht“ – und sendet dabei bis weit nach Mitternacht.
Hinter der Kooperation steckt mehr als ein Sendefenster. Der SR kofinanziert Projekte der Studierenden, stellt Ausspielwege bereit – und gibt den Filmen damit eine Öffentlichkeit, die über den Hochschulbetrieb hinausgeht. In diesem Jahr fließen 10.000 Euro in sechs neue Projekte: „Han“, „Drei Blumen“, „Kurz vor Zwölf“, „Demografische Operation“, „Little Family“ und „Vakuum“. Ausgewählt hat sie eine Jury, der man das handwerkliche Urteil zutrauen darf. Axel Ranisch ist dabei, Grimme-Preisträger und dem breiten Fernsehpublikum unter anderem durch seine Tatort-Folgen mit der Ludwigshafener Ermittlerin Lena Odenthal bekannt – und seit 2023 Lehrkraft an der HBKsaar. Und Sung Hyung Cho, Leiterin der Filmklasse, deren Dokumentation über das Wacken-Festival 2007 als erster Dokumentarfilm in der Geschichte des Max-Ophüls-Festivals den Hauptpreis gewann.
Das Programm am Samstag läuft in zwei Teilen. Zunächst die eigentliche Filmnacht mit Werken aktueller Studierender: zwei Kurzfilme von Lukas Weishaar – einer über einen Mann, der das Segelboot seiner Freundin versenkt, einer über zwei Stalker, die sich im Busch über ihre jeweilige Perversität streiten – und danach Vanessa Tomascseks mehrteilige Science-Fiction-Serie „E-Lena“, deren Androidin in mehreren Folgen durch den deutschen Alltag stolpert.
Nach Mitternacht übernehmen Absolventen der HBKsaar. Ab 1.20 Uhr läuft „Die Formel“ von Jörn Michaely: Eine Frau kommt nachts nach Hause, ein Polizist wartet auf sie – ihr jahrelanger Verehrer, von ihr nie bemerkt, nun entschlossen, das zu ändern. Kurz darauf „Mein Freund Beuys“ von Roman Redzimski: die Geschichte von Klaus Dieter Schneider, der in der Psychiatrie das Malen entdeckt und über Briefe eine Verbindung zu Joseph Beuys aufbaut, der ihm den Künstlernamen Claude Jaté gibt. Ein Spielfilm über Kunst, Krankheit und die Frage, wann aus einem Brief eine Freundschaft wird.
Alle Filme sind anschließend ein Jahr in der ARD Mediathek abrufbar.
Das Programm im Überblick
22.20 Uhr „Unter Segeln“ – Kurzfilm, Lukas Weishaar (2022) 22.30 Uhr „Da ist doch was im Busch!“ – Kurzfilm, Lukas Weishaar (2023) ab 22.40 Uhr „E-Lena“ – Comedy/Science-Fiction-Serie, Vanessa Tomascsek (5 Folgen) ab 23.20 Uhr „E-Lena“ – zwei längere Folgen: „An die Arbeit“ und „Hinter dem Eisernen Horizont“ 1.20 Uhr „Die Formel“ – Spielfilm, Jörn Michaely (2018) 1.40 Uhr „Mein Freund Beuys“ – Spielfilm, Roman Redzimski (2022)
Die HBKsaar-Filmnacht, Samstag, 23. Mai, SR Fernsehen. Alle Filme danach ein Jahr in der ARD Mediathek.



