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Wenn es dunkel wird, holt die Kreisstadt ihre Monster aus dem Keller. Ein Abend für Familien, die sich gern ein bisschen gruseln, und für alle, die ihr Kostüm längst im Schrank hängen haben.
Als Vorläufer von Halloween gilt das keltische Samhain, mit dem das Ende des Sommers gefeiert wurde und in dessen Nacht, so glaubte man, die Grenze zur Welt der Toten durchlässig war. Irische Auswanderer nahmen den Brauch mit nach Amerika, Hollywood erledigte den Rest, und spätestens seit Michael Jacksons „Thriller“ weiß jedes Kind, wie ein Zombie zu tanzen hat. In St. Wendel endet diese lange Reise ganz konkret in der St. Wendeler Oberstadt, wo die Kreisstadt am Samstag, 31. Oktober, ab 17 Uhr wieder Halloween in der City feiert. Hinter der „Pforte zur Hölle“ warten Nebelschwaden, Gelächter aus dem Nichts und Gestalten, die man besser nicht zu lange anschaut.

Für die Kleinsten beginnt der Abend vergleichsweise gnädig. Beim Kinder-Gruselschminken lassen sie sich in Monster, Hexen oder andere finstere Gestalten verwandeln, und weil so ein neues Gesicht festgehalten werden will, steht von 17 bis 22 Uhr eine Fotobox bereit. Am Wendelinusbrunnen beginnt ebenfalls um 17 Uhr die Kindershow von Eddie Zauberfinger, bevor dort um 19 Uhr Meister Eckarts Kuriositätenkabinett übernimmt. Der Künstler dahinter setzt in seinen Shows auf Zauberei, selten zu sehende Fakirkunst und den Klang von singender Säge und Drehorgel und knüpft damit an die Tradition der fast ausgestorbenen Wanderzirkusse an.
Ernster wird es in der Zombiegasse. Was dort lauert, soll laut Veranstalter auch hartgesottenen Gruselfans eine Gänsehaut verschaffen, und wer „The Walking Dead“ bislang für gemütliche Sonntagsunterhaltung hielt, kann das hier persönlich überprüfen. Weil außerdem ein Walk Act durch das gesamte Festgelände streift, ist man auch außerhalb der Gasse nirgends ganz sicher.

Musikalisch verteilt sich der Abend auf zwei Ecken der Innenstadt. Auf der Bühne am Fruchtmarkt spielt von 20 bis 23 Uhr die Band Theke 1 und tritt damit an die Stelle von Frantic, die dort 2023 und auch im vergangenen Jahr auftraten. An der alten Stadtmauer steht wie schon im Vorjahr Projekt JU auf der Bühne, dazu heizt eine Feuershow dem Publikum ein, was in einer Oktobernacht durchaus wörtlich zu verstehen ist.
Zwischen all dem wird getanzt, gelacht, gegessen und getrunken. Ausgeschenkt werden Ochsenblut, Hexenpunch und Zombie-Geist, und weil das alles nach Ansicht der Stadt im Kostüm am besten schmeckt, sind möglichst einfallsreiche Verkleidungen erwünscht. Bürgermeister Peter Klär lädt „Gruselfans jeden Alters“ ein, „die atmosphärische St. Wendeler Innenstadt einmal in einem ganz besonderen Licht zu erleben“. Wer im Nebel zwischen Rathaus und Stadtmauer einem Zombie über den Weg läuft, dürfte dem Bürgermeister recht geben.
Halloween in der City
Samstag, 31. Oktober 2026, ab 17 Uhr, Innenstadt St. Wendel zwischen Rathaus und alter Stadtmauer. Der Eintritt ist frei. Die City-Garage hat bis Mitternacht geöffnet, die Ausfahrt ist jederzeit möglich.





