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Die HBKsaar startet eine Vortragsreihe zu Nachhaltigkeit in Kunst und Design

Die Hochschule der Bildenden Künste Saar lädt ab dem 21. April zu einer öffentlichen Vortragsreihe ein, die eine Frage in den Mittelpunkt stellt, die in Kunst und Design selten so direkt gestellt wird: Wie lässt sich Gestalten mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden? Unter dem Titel „Über Morgen“ sprechen sieben Gäste aus Kunst, Design und Architektur über Transformation, Nachhaltigkeit und die materielle wie geistige Welt, die wir hinterlassen.

Die HBKsaar, 1989 gegründet und als einzige Kunsthochschule des Saarlandes aus einer Bildungstradition hervorgegangen, die bis in die 1920er-Jahre zurückreicht, versteht sich schon länger als einen Ort, an dem kreatives Arbeiten und ökologisches Denken zusammenfinden. Die Reihe ist eine Verlängerung dieses Anspruchs in den öffentlichen Raum – und offen für alle Interessierten.

Den Auftakt macht am 21. April Mascha Fehse, die im laufenden Sommersemester als Gastprofessorin für Produktdesign an der HBKsaar lehrt. Ihr Vortrag „Zäh bleiben, weich denken – Gestalten als Dauerbetrieb“ untersucht öffentliche Räume und fragt nach experimentellen Haltungen an der Schnittstelle von Kunst, Design und Architektur.

Eine Woche später, am 28. April, entwirft der Berliner Visual Facilitator Robin Hotz unter dem Titel „Utopien: Deutschland 2040″ mögliche Zukunftsszenarien. Als Fellow von Reinventing Society e.V. arbeitet er daran, komplexe gesellschaftliche und ökologische Veränderungen verständlich zu machen und gemeinsam Bilder für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln.

Am 5. Mai spricht Christian Bauer, Professor für Designtheorie und Designgeschichte an der HBKsaar, unter dem Titel „Aus Liebe zur Lebendigkeit“. Er verbindet sozialphilosophische und -psychologische Perspektiven mit konkreten Praxisbezügen und fragt nach einer lebensbejahenden Bildung für nachhaltige Entwicklung.

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Den inhaltlichen Bogen weitet dann Julia von Leliwa am 19. Mai: Die Professorin für Modedesign an der OsloMet stellt ihr videobasiertes Forschungsprojekt „Circling Around Circularity“ vor, das sie als Stipendiatin an der Kulturakademie Tarabya – einem Residenzprogramm der Bundesregierung auf dem Gelände der historischen deutschen Botschaftsresidenz in Istanbul – begonnen hat. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Textilproduktionsprozesse in der Osttürkei: nomadische Wirtschaftspraktiken, der Verlust einst wertvoller materieller Ressourcen und Initiativen zu deren Wiederbelebung.

Am 26. Mai folgen die HBKsaar-Absolventinnen Leonie Dörrenbecher und Sebastian Sittinger, Gründerinnen des Studio Stegreif. Unter dem Titel „Kollektives Arbeiten“ zeigen die beiden Produktdesigner, was gemeinschaftlich orientiertes Wirtschaften in der Praxis bedeuten kann – mit Einblicken in kollektive Arbeitsformen und Projekte, die kreative Zusammenarbeit und nachhaltige Prozesse verbinden.

Im Juni schließt die Reihe mit zwei sehr unterschiedlichen Zugängen. Am 16. Juni rückt Ulrich Pantle, Professor für Architekturtheorie und -soziologie an der htw saar, das „Knaupen“ ins Licht – eine nicht-kanonische, bis heute wenig beachtete Kulturtechnik. Sein Vortrag „Knaupen als nachhaltige Praxis“ fragt provokant, welche Impulse von ihr ausgehen könnten, wenn man sie ernstnähme.

Den Abschluss bildet am 23. Juni Stefan Rostock von Germanwatch e.V. mit „Handabdruck statt Fußabdruck!“ – einem Ansatz, den die gemeinnützige Organisation seit rund zehn Jahren entwickelt: Während der ökologische Fußabdruck individuelle Verhaltensänderungen in den Blick nimmt, zielt der Handabdruck darauf ab, gesellschaftliche Strukturen aktiv mitzugestalten – also nicht nur weniger zu verbrauchen, sondern Rahmenbedingungen so zu verändern, dass nachhaltiges Handeln für mehr Menschen zur Norm wird. Rostock, Bereichsleiter Bildung und NRW-Fachpromotor bei Germanwatch, zeigt, wie sich dieser Ansatz in Bildung und Praxis verankern lässt.

Alle Vorträge finden dienstags um 18 Uhr statt, in der Aula der HBKsaar im 2. OG, Keplerstraße 3–5, 66117 Saarbrücken. Das vollständige Programm: hbksaar.de


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