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Erstmals in der Vereinsgeschichte: Golfclub Bostalsee spielt künftig in der Oberliga

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Ein Spieltag vor Schluss war die Sache eigentlich schon durch – gefeiert wurde trotzdem erst am eigenen See, mit allen, die dazugehören.

Die Entscheidung fiel auswärts, im Golfclub Heidelberg-Lobenfeld, an einem Wochenende, das mit dem eigentlichen Fest noch nichts zu tun hatte. Bis zu acht Spieler pro Team kommen in der DGL (Deutsche Golf Liga) zum Einsatz, jeder bringt sein eigenes Ergebnis in die Mannschaftswertung ein, gezählt in Schlägen über Par – je niedriger, desto besser. Die Herren des Golfclubs Bostalsee kamen in Lobenfeld auf ein Gesamtergebnis von 43 Schlägen über Par – der ärgste Verfolger, GC Mannheim-Viernheim, lag 57 Schläge zurück. Dass ausgerechnet ein Klub, der schon 1930 gegründet wurde und als eine der traditionsreicheren Adressen im deutschen Golf gilt, so klar abgehängt wurde, macht den Vorsprung nicht kleiner. In einer Sportart, in der ein einzelner schlechter Abschlag eine ganze Rundenwertung kippen kann, holt man 57 Schläge kaum wieder auf. Die Tabellenführung war Bostalsee damit rechnerisch nicht mehr zu nehmen – und das bei einem Spieltag, der noch gar nicht das Saisonfinale war.

Das Ligasystem der Deutschen Golf Liga kennt bei den Herren fünf Stufen, von der Bundesliga bis hinunter zur Landesliga. Wer aus der Landesliga absteigt, fliegt sogar ganz aus dem Ligabetrieb, es gibt darunter nichts mehr. Pro Gruppe steigt dafür, außer in der Bundesliga, nur ein Team auf, zwei steigen ab. Das lässt wenig Raum für Zufall – die Landesliga-Meisterschaft von Bostalsee ist kein Achtungserfolg, sondern das Ergebnis von fünf Spieltagen, an denen die Mannschaft tatsächlich die beste der Liga war.

Gefeiert wurde der längst feststehende Aufstieg schließlich am 19. Juli, beim Saisonabschluss auf der heimischen Anlage im Naturpark Saar-Hunsrück – zusammen mit Vereinsmitgliedern und Unterstützern, die dabei sein wollten. Für einen Klub, der seit 1999 am Bostalsee ansässig ist und dessen Platz im Jahr 2000 eröffnete, ist der Sprung in die Oberliga tatsächlich Neuland.

Was den Erfolg trägt, sitzt nicht nur in dieser einen Saison. Ein großer Teil des aktuellen Kaders hat die eigene Jugendabteilung durchlaufen, ehe der Wechsel in die Herrenmannschaft kam – der Golfpark Bostalsee ist seit 2017 offizieller Stützpunkt des Golfverbands Rheinland-Pfalz/Saarland für Nachwuchstalente, mit eigenem Förderverein, der Ausrüstung, Trainingslager und Turnierteilnahmen der Jugend finanziert. Golf gilt medial gern als Sport der Einzelkämpfer, als Chinohose und stille Konzentration am Abschlag. Eine Mannschaft, die zu großen Teilen im eigenen Nachwuchs großgezogen wurde und nun gemeinsam aufsteigt, wirkt weniger nach der golftypischen Solonummer und eher nach der Ted-Lasso-Version des Sports – mehr Zusammenhalt über Jahre als Star-Kult.

„Dieser Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit, großen Teamgeistes und der starken Entwicklung jedes einzelnen Spielers. Besonders freut uns, dass zahlreiche Spieler den Weg von unserer Jugend bis in die Herrenmannschaft gegangen sind und nun gemeinsam diesen historischen Aufstieg feiern können“, sagt Vereinspräsident Gottfried Hares.

Der Dank des Klubs geht an Trainer, Betreuer, Verantwortliche und Familien, die die Mannschaft um Kapitän Timo Degenhardt über die vergangenen Jahre begleitet haben. Ab der kommenden Saison spielt Bostalsee eine Liga höher – und muss sich zeigen, ob der Vorsprung aus Lobenfeld auch gegen Gegner reicht, die den Sprung nach oben schon länger gewohnt sind.

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