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„The Voice of Germany“-Sänger Philipp Leon tritt beim inklusiven EINklang-Festival in Dillingen auf

Was vor zehn Jahren als Wettbewerb in einem Vereinshaus in Fraulautern begann, ist inzwischen ein Festival mit Gästen aus Polen und einem ehemaligen „Voice“-Kandidaten. Auf der Bühne steht auch eine inklusive Liveband mit Kolja Koglin, dessen Duo Dreierpasch in diesem Jahr sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert.

Beim letzten Mal endete der Abend mit „Oh Happy Day“, jenem Gospel-Klassiker, den seit „Sister Act 2“ auch Leute mitsingen können, die nie in einem Kirchenchor standen. Im Dillinger Lokschuppen stimmten ihn zum Finale alle beteiligten Künstler gemeinsam an, auf der Bühne und davor. Rund 150 waren es damals, aus drei Ländern, und nach der Bilanz des Landkreises Saarlouis kamen etwa 400 Gäste sowie 50 Helferinnen und Helfer dazu.

Knapp zwei Jahre später geht das inklusive Musikfestival „EINklang“ am Samstag, 24. Oktober, in seine sechste Runde. Wieder teilen sich im Lokschuppen rund 150 Musiker mit und ohne Beeinträchtigung die Bühne, mit einem Programm, das von Pop bis Klassik reicht. Die Organisatoren wollen einen Abend der Begegnung schaffen, an dem die Musik als universelle Sprache die Menschen zusammenbringt. Zugleich soll das Thema Inklusion einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, verbunden mit einem Plädoyer für Toleranz, Offenheit und ein harmonisches Miteinander.

Eine Idee aus dem Partnerlandkreis Bochnia

Erfunden hat der Landkreis Saarlouis das Format nicht. Das Grundkonzept stammt aus dem polnischen Partnerlandkreis Bochnia, wo das Pendant „Festiwal Piosenki Integracja Malowana Dźwiękiem“ in diesem Jahr bereits zum 19. Mal stattfand. Im Saarland ging EINklang 2016 an den Start, im Jahr des 200-jährigen Bestehens des Landkreises und damals noch als Wettbewerb im Vereinshaus Fraulautern. Seither wachsen Bühne und Zahl der Mitwirkenden, wie Landrat Patrik Lauer sagt, „von Ausgabe zu Ausgabe“, und die Verbindung nach Polen ist dabei geblieben. Auch diesmal reisen laut Festivalseite zwei Gruppen junger Künstlerinnen und Künstler aus Bochnia an. 2024 waren außerdem Schulen aus dem lothringischen Metz dabei, weshalb am Ende Menschen aus drei Ländern gemeinsam auf der Bühne standen.

„EINklang ist ein Lebensgefühl, diese Veranstaltung schafft echte Gänsehautmomente!“, sagt Lauer, der für die sechste Ausgabe einen Abend mit „einem bewährten Mix aus bekannten EINklang-Künstlerinnen und -Künstlern und neuen Gesichtern“ verspricht.

Von der Voice-Bühne in den Lokschuppen

Eines dieser neuen Gesichter gehört Philipp Leon. Bekannt wurde der saarländische Musiker durch „The Voice of Germany“, und seine Reichweite ist inzwischen beachtlich. Laut Veranstalter folgen ihm auf Instagram und TikTok mehr als eine Million Menschen, auf Spotify wurden seine Songs bis zu zwei Millionen Mal gestreamt. Seit 2020 betreibt er auf TikTok das Format „Sing mit mir“, das seine Agentur als „lebendige Karaoke-Jukebox“ beschreibt, und das passt ziemlich gut zu einem Festival, bei dem es ums gemeinsame Musizieren geht.

Einen zweiten starken Akzent setzt YouTH-Rock it!!!, das rund 50 junge Künstlerinnen und Künstler gleichzeitig auf die Bühne bringt. Das inklusive Projekt ist als gemeinnütziger Verein organisiert, eng mit der Levana Schule in Schweich verbunden und bringt Rockband, Orchester und Chor zusammen. Der Verein beruft sich auf die UN-Behindertenrechtskonvention und hat sich, inspiriert von Richard von Weizsäcker, den Satz „Es ist normal, verschieden zu sein“ auf die Fahnen geschrieben. Geduld brauchte er von Anfang an, denn das erste Rockkonzert war für März 2020 angesetzt, bis Corona dazwischenkam und die Premiere erst im Juni 2022 stattfinden konnte.

Ein Duo namens Dreierpasch

Wieder dabei ist die EINklang-Liveband mit Kolja Koglin, der als künstlerischer Leiter des Festivals zusammen mit SR-1-Moderatorin Jessica Ziegler auch durch den Abend führt. Koglin ist eine Hälfte von Dreierpasch, dem Akustikduo aus Saarlouis, das er mit Tobias Rößler bildet und das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Die beiden spielen bekannte Songs aus Pop und Rock in akustischen Arrangements, mit Gitarren, Piano und einer Loopstation, die für sie „quasi ein dritter Musiker“ ist. Das passt zum Namen, den die Band aus ihrer Anfangszeit als Trio mit Bassist behalten hat.

Barrierefreiheit bis zur Leinwand

Den Verantwortlichen ist besonders wichtig, dass Inklusion und Barrierefreiheit in allen Bereichen der Veranstaltung präsent sind, also auch jenseits der Bühnenkante. Deshalb wird der Lokschuppen barrierefrei gestaltet. Leinwände neben der Bühne sowie Gebärden- und Schriftdolmetscher sorgen dafür, dass auch gehörlose und schwerhörige Gäste dem Programm folgen können. Schon 2024 liefen Gebärden- und Schriftübersetzung über eine Videowand.

Unterstützt wird das Festival vom Saarländischen Rundfunk mit SR 1, SR 3 Saarlandwelle und dem SR Fernsehen. SR-Intendant Martin Grasmück sieht darin genau die Art von Begegnung, die der Sender sichtbar machen will. „Musik kennt keine Barrieren – und EINklang zeigt, wie aus Vielfalt Gemeinschaft entstehen kann. Als Saarländischer Rundfunk wollen wir die Kultur und die Menschen unseres Landes sichtbar machen und besondere Begegnungen in die Öffentlichkeit tragen. EINklang ist dafür ein wunderbares Beispiel“, erklärte er. Weitere Partner sind die AWO Saarland, die reha GmbH und die Stadt Dillingen, die Schirmherrschaft hat Ministerpräsidentin Anke Rehlinger übernommen. Ob zum Finale wieder alle „Oh Happy Day“ anstimmen, zeigt sich am 24. Oktober.

EINklang – das inklusive Musikfestival
Lokschuppen Dillingen, Sa 24.10.2026, Einlass 17 Uhr, Beginn 18 Uhr. Tickets 13 Euro, für Schülerinnen und Schüler 10 Euro, im Vorverkauf über Ticket Regional und an den bekannten Vorverkaufsstellen. Infos unter einklang-festival.de

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