Nach einem Jahr Pause kehrt die Verbrauchermesse in die St. Ingberter Innenstadt zurück. Wer hingeht, kann Pilzzuchtboxen vom Biosphärenmarkt mitnehmen oder sich zeigen lassen, wie eine Fußbodenheizung nachträglich in alten Estrich kommt.
Der Legende nach lebte Ingobertus im 7. Jahrhundert als Einsiedler in einer Klause, dort, wo heute St. Ingbert liegt. Die Stadt trägt seinen Namen, und seit Jahrzehnten tut das auch die Messe, mit der sie am ersten Oktoberwochenende in den Herbst startet. Im vergangenen Jahr blieb dieser Termin allerdings leer, weil die Ingobertusmesse nach ihrer Ausgabe im Oktober 2024 eine Pause einlegte. Nun kehrt sie unter dem Motto „Neu gedacht. Für dich gemacht.“ zurück, und die Veranstalter wollen die traditionsreiche Messe mit frischen Impulsen weiterentwickeln.
Hinter der Neuauflage stehen der Verein Handel und Gewerbe St. Ingbert, die Stadt und die Congress-Centrum Saar GmbH, die das Projektmanagement übernommen hat. Rund 115 Aussteller aus Handwerk, Handel, Gewerbe und Dienstleistung haben sich angemeldet. Für den Aufbau sind Marktplatz und Feuerwehrgerätehaus seit dem 21. September gesperrt, und er ist inzwischen fast abgeschlossen. Herzstück sind zwei große Zelte, eines auf dem Marktplatz und eines beim Feuerwehrgerätehaus. Hinzu kommen die Stadthalle, der Kuppelsaal im Rathaus und ein Freigelände, auf das sich sechs Themenwelten verteilen. Sie reichen von Haus, Garten und Energie über regionalen Genuss, Digitalisierung, Mobilität und Gesundheit bis zu Ausbildung und Karriere. Offiziell eröffnen die Messe am Freitag um 11 Uhr Handwerkskammerpräsident Helmut Zimmer, Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und Nico Ganster, der Vorsitzende von Handel und Gewerbe.

Pesto, Pilze und Bretter aus dem Bliesgau
Den Kuppelsaal des Rathauses belegt wie gewohnt der Biosphärenmarkt, der dort 2024 schon zum 16. Mal stattfand. Diesmal zeigen 23 Händlerinnen und Händler aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau ihre Produkte. Die Biosphären-Holz-Manufaktur bringt Schneidebretter aus regionalem Holz mit, und an den Ständen der Genuss-Manufakturen gibt es Fruchtaufstriche, Pestos, Chutneys, Öle und Wein zum Probieren. Die Saarländische Edelpilzmanufaktur „Fünfter Geschmack“ verkauft frische und getrocknete Pilze, veredelte Produkte und Zuchtboxen für die eigene Küche. Ihr Name erinnert an Umami, die fünfte Geschmacksrichtung neben süß, sauer, salzig und bitter, für die gerade Pilze bekannt sind. Informieren kann man sich beim Biosphärenreservat selbst, bei der Fairtrade-Steuerungsgruppe St. Ingbert mit dem Weltladen und bei der Foodsharing-Gruppe. Wer nach dem Probieren Lust auf mehr Region bekommt, findet in der Stadthalle die Saarpfalz-Touristik. Sie wirbt dort für Kurzurlaube in der Biosphäre, und an ihrem Stand wartet, wie die Veranstalter andeuten, vielleicht auch eine Überraschung.

Vom Estrich bis zum Badumbau
Im Zelt auf dem Marktplatz geht es neben regionalem Handwerk um Energie, Effizienz und Gebäudesanierung, und dazu gibt es dort ein eigenes Fachforum. Wer baut, renoviert oder Heizkosten sparen will, findet Fachleute für Heizung, Sanitär und Klima, für Photovoltaik, Stromspeicher, Wallboxen und Energiemanagement. Auch Fenster, Türen, Fassaden, Sonnenschutz, Balkone und Zäune sind vertreten. CSONKA THERM zeigt, wie sich eine Fußbodenheizung nachträglich in bestehenden Estrich fräsen lässt. Nach Angaben des Betriebs braucht es dafür keinen aufwendigen Rückbau.
Das zweite Zelt beim Feuerwehrgerätehaus gehört vor allem Gesundheit und Wellness. Dort geht es um barrierefreie Bäder, Pflege, Gesundheitsvorsorge, Hörakustik und Entspannung, und die Pflegekomfort Saar GmbH informiert über Badumbauten und mögliche Zuschüsse der Pflegekasse.
Cybersicherheit vom Beckerturm
Wer Informationssicherheit bislang vor allem aus Filmen kennt, in denen jemand im Kapuzenpulli vor grün flimmernden Zahlenkolonnen sitzt, bekommt am Stand des CISPA Helmholtz-Zentrums eine handfestere Version. Das Forschungszentrum bringt Mitmachstationen aus seinem Schülerlabor CISPA Cysec Lab mit. Das Labor sitzt seit 2020 am Beckerturm und hat nach eigenen Angaben in seinen ersten fünf Jahren mehr als 11.000 Schülerinnen und Schüler mit Workshops erreicht. Auf der Messe können Kinder, Jugendliche und neugierige Erwachsene spielerisch erleben, wie Informationssicherheit funktioniert, und selbst an Lösungen tüfteln.
Auf dem Freigelände stehen E-Autos, Nutzfahrzeuge und Motorräder, und auch ein Baumaschinenverleih stellt sich vor. Wer eher an die nächste Reise denkt, schaut bei Wanderfalken-Adventure vorbei. Der Anbieter bringt handgefertigte CamperVans, kompakte Caravans und Dachzelte mit. Für den Berufseinstieg oder einen Neustart stellt die Deutsche Bundesbank ihre Ausbildungs- und dualen Studienmöglichkeiten vor, und die Kölner Wirtschaftsfachschule informiert über Sprachkurse, kaufmännische Weiterbildungen und Umschulungen.
Zwischen den Ständen gibt es handwerkliche Vorführungen und Mitmachangebote für die ganze Familie, für Erwachsene außerdem Weinverkostungen. Wer einfach nur schauen will, kann das drei Tage lang tun, ohne einen Cent Eintritt zu zahlen.

Ingobertusmesse 2026 – Fr 2. bis So 4. Oktober, täglich 10–18 Uhr, Marktplatz und Veranstaltungsfläche rund um das Rathaus, Stadthalle und Kuppelsaal (Biosphärenmarkt), St. Ingbert. Offizielle Eröffnung Fr 11 Uhr. Rund 115 Aussteller, Eintritt frei. Kostenlose Parkplätze unter anderem Schlachthofstraße, Poststraße und Parkhaus Wollbachstraße, am Wochenende zusätzlich Fachmarkt-Parkplätze in der Kohlenstraße und bei Kaufland. Kostenloser Shuttle „Ingo-Bus“ aus den Stadtteilen, Fahrplan unter ingobertusmesse.de


