Wer tankt oder Heizöl nachfüllen muss, spürt die Teuerung derzeit besonders deutlich. Im übrigen Warenkorb sieht es spürbar freundlicher aus.
Wer im Saarland derzeit an der Zapfsäule steht, bekommt die Inflation direkt zu spüren. Die Verbraucherpreise lagen im September um 3,8 Prozent über dem Vorjahresmonat, so die vorläufigen Zahlen des Statistischen Amts des Saarlandes. Einen höheren Wert gab es zuletzt im Dezember 2023 mit 4,1 Prozent. Gegenüber August stieg das Preisniveau um 0,6 Prozent, der Index steht bei 126,5 Punkten (Basis 2020 = 100).
Kraftstoffe und Heizöl treiben den Wert
Den Ausschlag geben die Energiepreise. Kraftstoffe kosteten im September 46,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, allein gegenüber August waren es 5,9 Prozent mehr. Heizöl liegt 76,2 Prozent über dem Vorjahreswert, im Monatsvergleich sind es 23,2 Prozent. Wie sehr das den Gesamtwert prägt, zeigt die Gegenrechnung: Ohne Heizöl und Kraftstoffe läge die Teuerung bei 2,1 Prozent, also 1,7 Punkte niedriger, und das, obwohl Kraftstoffe im Warenkorb nur gut drei Prozent ausmachen und Heizöl gerade einmal knapp zwei Promille.
Dass der Sprit die Statistik antreibt, zeigte sich schon im August. Bundesweit lag die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt bei 2,9 Prozent, Kraftstoffe waren 27,7 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Im Saarland stand mit 3,3 Prozent damals bereits ein höherer Wert. Am Rohölpreis allein liegt das offenbar nicht, denn der ADAC hält die Kraftstoffpreise in Deutschland weiterhin für zu hoch und verweist darauf, dass der höhere Ölpreis sie nicht vollständig erklärt, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Als Hintergrund nennt sie Spannungen zwischen den USA und dem Iran, leinetal24.de außerdem die eingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus.
Strom, Erdgas und Fernwärme sind billiger als vor einem Jahr
Dass die Haushaltsenergie insgesamt nur 0,1 Prozent unter dem Vorjahr liegt, hat mit dem Heizöl zu tun. Strom (minus 5,8 Prozent), Erdgas (minus 2,1 Prozent) und Fernwärme (minus 6,4 Prozent) sind günstiger geworden, doch die Verteuerung bei Heizöl und bei Brennholz und Holzpellets, die 21,8 Prozent mehr kosten, hebt das fast wieder auf.
Beim Einkauf fällt die Bilanz milder aus. Nahrungsmittel sind im Schnitt 1,6 Prozent teurer als vor einem Jahr und liegen damit den siebten Monat in Folge deutlich unter der Gesamtinflation. Gemüse kostet trotz des saisonal großen Angebots 11,3 Prozent mehr, Fleisch 3,1 Prozent, während Speisefette und Speiseöle 16,3 Prozent billiger sind. Die Nettokaltmieten liegen mit plus 1,8 Prozent unter der Gesamtrate, Gesundheit (plus 5,7 Prozent), Tabakwaren (plus 5,6 Prozent) und Übernachtungen (plus 4,7 Prozent) dagegen deutlich darüber.
Auf den Monat gerechnet fallen Bekleidung und Schuhe mit plus 4,5 Prozent ins Auge, im Jahresvergleich liegen sie nur 0,3 Prozent vorn, und Pauschalreisen wurden binnen eines Monats um 3,4 Prozent günstiger. Zu Jahresbeginn hatte die Rate im Saarland noch bei 1,9 Prozent gelegen. Im März sprang sie auf 3,0 Prozent und pendelte seither zwischen 2,8 und 3,3 Prozent, ehe der September aus diesem Band ausscherte.





