Im Schwäbischen heißt reden schwätzen, im Saarland übrigens auch. Am 2. Oktober bringt Harald Schmidt seinen „unvorbereiteten Abend“ nach Neunkirchen, zusammen mit Bernd Gnann, der Jahre nach ihm an derselben Stuttgarter Schauspielschule gelernt hat.
Ausgerechnet der Mann, der in den Neunzigern mit „Schmidteinander“ an der Seite von Herbert Feuerstein und danach mit seiner eigenen Late-Night-Show das deutsche Fernsehen auf Pointe gebürstet hat, lässt an diesem Abend das Drehbuch weg. Wenn Harald Schmidt am Freitag, 2. Oktober, mit Bernd Gnann in der Neuen Gebläsehalle auf der Bühne sitzt, liegt kein ausgeschriebener Text bereit. So sei das Programm auch entstanden, erzählte Schmidt vor einem Auftritt in Emmerich, man gehe auf die Bühne und unterhalte sich, ohne Proben und ohne geschriebene Texte. Ganz dem Zufall überlassen ist der Abend inzwischen allerdings nicht, denn zu 60 bis 70 Prozent laufe er nach bekanntem Muster ab, während mindestens die ersten 15 bis 20 Minuten dem gehörten, was gerade in der Welt passiert.
Dass die beiden überhaupt gemeinsam unterwegs sind, hat mit einem Mann zu tun, den sie beide als Chef erlebt haben. Schmidt schloss sein Schauspielstudium an der Stuttgarter Musikhochschule 1981 ab, der gebürtige Oberschwabe Gnann kam gut ein Jahrzehnt später an dieselbe Schule, und beide hatten mit Felix Müller denselben Schulleiter. Bei dessen Trauerfeier ging Gnann auf Schmidt zu und schlug ihm ein gemeinsames Programm vor, mit dem Argument, Felix würde sich darüber bestimmt freuen.
Schmidt spielte nach dem Studium in Stuttgart, Augsburg, Düsseldorf und Bochum Theater, bevor ihn das Fernsehen berühmt machte, wo er bis heute auftaucht, zuletzt als Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle im ZDF-„Traumschiff“. Gnann hat sein Standbein dagegen im Theater behalten. Elf Jahre gehörte er zum Ensemble des Staatstheaters Stuttgart, zwischendurch stand er für mehrere „Tatort“-Folgen vor der Kamera, er hat Soloprogramme wie „Die Made“ nach Texten von Heinz Erhardt entwickelt und leitet seit 2009 das Kammertheater Karlsruhe. Dort war der gemeinsame Abend im Frühjahr 2023 ausverkauft und dauerte, wie auf Gnanns Website nachzulesen ist, über zwei Stunden. Es ging von der Schauspielschulzeit bis zur Geldanlage, und irgendwann kam auch die Frage auf, ob man heute eigentlich noch alles sagen darf.
Es gibt noch Karten:
Harald Schmidt schwätzt mit Bernd Gnann – Ein unvorbereiteter Abend
Fr 2.10.2026, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), Neue Gebläsehalle, An den Hochöfen 1, Neunkirchen
Tickets ab 47,20 Euro (PK 1) bzw. 45 Euro (PK 2) bei allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional und CTS Eventim, über die Hotline 0651-9790777 und online bei nk-kultur.de


