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Von Stephan Bonaventura
Żaneta Schwan malt als Lady Swan Gesichter aus echten, in Acryl eingegossenen Blumen. Jedes Bild trägt Blüten aus genau einem Jahr. Die Idee entstand aus ihrem eigenen Hochzeitsstrauß und wurde nach schweren persönlichen Verlusten zu einer Bildsprache von Verlust und Neuanfang, die auf den ersten Blick oft mehr verbirgt, als sie zeigt. Auf der ARTe Kunstmesse in Konstanz, die im Juli rund 60 Galerien und Künstler ins Vier-Länder-Eck am Bodensee holte, blieben viele Besucherinnen und Besucher vor den Gesichtern von Lady Swan stehen, ohne zunächst zu bemerken, woraus sie eigentlich bestehen. „Viele sahen zunächst nur die Köpfe beziehungsweise Gesichter in meinen Bildern und bemerkten gar nicht, dass die Werke mit Blumen gestaltet sind“, erzählt die Künstlerin. Erst im Gespräch am Stand wurde den Besuchern sichtbar, was die Porträts tatsächlich zusammenhält: getrocknete Blüten, sortiert, gestanzt und zu Gesichtern verdichtet. Genau diesen Moment hat Schwan besonders in Erinnerung behalten.
In der Kindheit blieb oft nur Papier und Stift übrig
Żaneta Schwan wurde in Polen geboren und wuchs im Saarland auf. Unbeschwert sei diese Kindheit nicht gewesen, erzählt sie, denn die Familie lebte in eher armen Verhältnissen, und vieles, was für andere Kinder selbstverständlich war, gab es für sie nicht. Papier und Stifte aber standen fast immer zur Verfügung. Das Zeichnen wurde früh zu ihrer kreativen Ausdrucksart, in der ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt waren. Welchen Stellenwert die Kunst später in ihrem Leben einnehmen würde, das war ihr damals noch nicht bewusst. Rückblickend sieht sie in dieser frühen Erfahrung den Grund für eine bis heute geltende Überzeugung: Kreativität braucht keinen Luxus, manchmal reicht ein Blatt Papier, um eine eigene und einzigartige Welt entstehen zu lassen.





