Seit Anfang des Monats gilt in der EU eine weitere Stufe des AI Act, des weltweit ersten umfassenden Gesetzes zur Regulierung Künstlicher Intelligenz. Im Rahmen der Reihe „KI-Afterwork“ erklären Fachleute in der Stadtbibliothek Saarbrücken bei Vortrag und Podiumsgespräch, was das konkret bedeutet.
Kaum ein europäisches Gesetz wird in den kommenden Jahren so viele Lebensbereiche berühren wie der AI Act, kaum eines ist bislang so unbekannt. Die 2024 verabschiedete Verordnung ordnet KI-Systeme nach ihrem Risiko: von harmlosen Chat- und Empfehlungsfunktionen über Anwendungen mit begrenztem Risiko bis zu Hochrisiko-Systemen, etwa in Bewerbungsverfahren, Bildung oder kritischer Infrastruktur. Ganz verboten sind seit Februar 2025 nur wenige Praktiken wie Social Scoring oder bestimmte Formen biometrischer Überwachung, seit vergangenem Sommer kommen zusätzliche Pflichten für Anbieter großer KI-Modelle hinzu, und seit diesem Monat müssen sich Chatbots gegenüber Nutzenden als solche zu erkennen geben, während KI-generierte Bilder, Texte und Videos gekennzeichnet werden müssen – Regeln, die mitten in den Alltag reichen, aber kaum jemand kennt.
Genau hier setzt die Reihe „KI-Afterwork“ an, eine Kooperation der Landeshauptstadt Saarbrücken mit der Landesmedienanstalt Saarland. Am Mittwoch, 19. August, ab 19 Uhr dreht sich im Lesecafé der Stadtbibliothek alles um die Frage, was der AI Act tatsächlich regelt – was als KI-System gilt, welche Risiken die EU sieht, welche Transparenzpflichten künftig greifen und wer im Betrieb überhaupt für KI-Kompetenz zuständig sein sollte. Dazu kommen weitere rechtliche Fragen, die sich Unternehmen und Einzelpersonen beim Einsatz von KI derzeit stellen. Begrüßt werden die Gäste von Tobias Raab, Dezernent für Wirtschaft, Soziales und Digitalisierung, der Oberbürgermeister Uwe Conradt bei der Veranstaltung vertritt.
Fünf Perspektiven auf dem Podium
Im Anschluss an den Vortrag übernimmt ein Podium mit Fachleuten aus Informationstechnologie, Wirtschaft und Forschung. Neben Raab sitzen Andreas Wolny, der bei der East Side Fab. das Projekt European Digital Innovation Hub Saarland leitet, Marius Kleber von der Athereon GRC GmbH, Stella Pazzi von der Moltomedia GmbH sowie Dr. Kevin Baum von Algoright e.V. und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Ausdrücklich eingeladen ist auch das Publikum: Wer eigene Erfahrungen mit KI-Anwendungen mitbringt oder offene Rechtsfragen zum Einsatz im eigenen Betrieb hat, kann sie direkt an die Runde richten.
Was: „KI-Afterwork“ – Vortrag und Podiumsgespräch zum AI Act
Wann: Mittwoch, 19. August, 19 Uhr
Wo: Lesecafé der Stadtbibliothek Saarbrücken
Teilnahme: kostenlos, Anmeldung online unter stadtbibliothek.saarbruecken.de bis Dienstag, 18. August, 16 Uhr erforderlich
Veranstalter: Landeshauptstadt Saarbrücken in Kooperation mit der Landesmedienanstalt Saarland


