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Stadtfest Neunkirchen – Feuer, Laser und ein Ur-Puhdy mitten in der Innenstadt

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Am Hammergraben packt ein über achtzigjähriger Puhdys-Gründer noch einmal seine alten Songs aus, wenige Schritte weiter brüllt sich eine Punkband aus Melbourne durch ihr neuestes Album – und mittendrin feiert Neunkirchen einfach weiter.

Wenn am Hammergraben die ersten Akkorde von „Alt wie ein Baum“ aufklingen, wird in Neunkirchen für ein paar Minuten DDR-Rockgeschichte lebendig. Dieter „Quaster“ Hertrampf, einer der Gründer der Ur-Puhdys von 1965 und über vier Jahrzehnte Gitarrist der Band, spielt mit „Quaster & Friends“ genau dort, wo die Musik beim Stadtfest seit jeher leiser und persönlicher klingt als auf den großen Bühnen daneben. Mit am Bass: Peter Rasym, der seit den späten Neunzigerjahren ebenfalls bei den Puhdys spielte. Zusammen nehmen sie das Publikum mit auf eine Zeitreise, die bei frühen Coverversionen von den Kinks oder den Eagles beginnt und bei den Hits endet, mit denen Hertrampf bekannt wurde.

Seit inzwischen 47 Ausgaben verteilt sich das Stadtfest Neunkirchen auf drei Bühnen mit jeweils eigenem Charakter. Den Stummplatz, gefördert von Bitburger, prägen Coverbands mit Charthits aus Pop, Rock, Blues und Soul sowie Auftritte lokaler Vereine, dazu am Samstagabend eine große Lasershow. Rockiger und lauter wird es an den Bliesterrassen, präsentiert von Kirner: Dort brennt am Freitag die Feuershow von Prometheus Erben, bevor am Samstag das „Neunkircher 80s Rock Revival“ die heimische Rockgeschichte aufleben lässt. Am Hammergraben, unterstützt von KEW Neunkirchen, geht es dagegen gemächlicher zu, mit Jazz, Akustik-Pop und Liedermacher-Tönen zum Verweilen statt zum Toben. Ausgerichtet wird das Fest von der Neunkircher Kulturgesellschaft und der Kreisstadt, traditionell am letzten Juniwochenende.

Stadtfest Neunkirchen – Lasershow – Foto: (c) Lars Lössner

Los geht es am Freitag um 18.30 Uhr mit einem kurzen Vorgeschmack: Das Musical Projekt Neunkirchen stellt auf dem Stummplatz seine Produktion „Made in Dagenham“ vor, bevor um 19 Uhr offiziell eröffnet wird. Parallel startet am Hammergraben das After Work Opening der Sparkasse Neunkirchen, das in diesem Jahr Premiere feiert und musikalisch von der Yannisha & Mamasaid Band mit Akustik-Pop-Covern eingeläutet wird. Auf dem Stummplatz übernehmen anschließend Elli Rockx die Bühne und holen mit Gitarrist/Sänger Tom Kullmann, Bassist Andreas König, Schlagzeuger Markus Rech, Keyboarder Günter Werno und Sänger Rick de Soto die goldene Ära des Rock zurück in die Neunkircher Innenstadt, bevor Langer Mütze mit mehr als 15 Jahren Bühnenerfahrung und einem Mix aus Rock, Pop, Schlager und Disco für den lautesten Moment des Abends sorgt.

An den Bliesterrassen wird derweil eines der ungewöhnlicheren Bookings des Wochenendes geboten: Mandowar covern Heavy-Metal- und Rock-Hymnen auf Mandoline, Gitarre und Bass-Ukulele und drehen daraus skurrile Mashups, in denen schon mal Rage Against the Machine auf Queen trifft. Direkt danach wird es international – und persönlicher. The Smith Street Band aus Melbourne haben im vergangenen November ihr siebtes Studioalbum „Once I Was Wild“ veröffentlicht, aufgenommen wie gewohnt im eigenen, solarbetriebenen Bush-House-Studio. Mit ihrem Album „Don’t Waste Your Anger“ erreichten sie 2020 Platz eins der australischen Albumcharts; in Neunkirchen treffen Wil Wagners raue, sehr persönliche Texte über Punkrock und Folk auf ein Publikum, das die Band hierzulande womöglich zum ersten Mal live erlebt.

Am Samstag übernimmt tagsüber zunächst die Stadtkapelle Neunkirchen den Stummplatz, gefolgt von Tanzvorführungen des Dance Point Neunkirchen und einer Showvorführung der Neunkircher Karnevalsvereine. Am Abend wird es dann laut: Die Bluesmafia bringt mit Sänger/Gitarrist Lukas Schüßler, Bassist Stefan Engelmann und Schlagzeuger Elmar Federkeil den zeitlosen Sound klassischer Blues-Trios auf die Bühne, bevor The New Ferry mit Funk- und Soul-Covern übernehmen. Punkt 22.20 Uhr taucht die Lasershow den Stummplatz in buntes Licht, dann betritt mit Elliot eine der dienstältesten Coverbands des Saarlandes die Bühne – seit knapp 30 Jahren ein verlässlicher Publikumsmagnet auf Festen in der Region.

An den Bliesterrassen klingt der Samstag in mehreren Akten aus: Auf das 80s Rock Revival mit Violence, Blizzard, Lancelot und Stitch folgt die Neunkircher Prolo-Rock-Band Satanic Voices, bevor TNT mit Special Guest Ines Boanta die Songs von AC/DC noch einmal durch den Verstärker schicken. Wer es ruhiger mag, findet am Hammergraben mit dem Robby Jost Duo, dem Gypsy-Jazz-Gitarristen Joe Bawelino und dem Nachwuchstalent Maurice William ein Programm, das eher zum Zuhören als zum Mitgrölen einlädt, bevor dort am späten Abend wieder Quaster & Friends die Bühne übernehmen.

Für Familien hält die Kinderkommission der Kreisstadt am Samstagnachmittag in der Lindenallee ein eigenes Programm bereit, bei dem Zauberkünstler Maxim Maurice für offene Münder sorgt. Kulinarisch ist die Innenstadt an beiden Tagen breit aufgestellt, sodass zwischen den Bühnen genug Zeit bleibt, einfach durch die Straßen zu schlendern und sich überraschen zu lassen, was um die nächste Ecke gerade gespielt wird. Am Ende bleibt von einem Wochenende wie diesem ohnehin selten ein einzelner Höhepunkt im Kopf – eher die Mischung: ein Puhdys-Gründer, der unplugged seine alten Songs spielt, eine Punkband aus Melbourne, die zum ersten Mal in der Region zu hören ist, und dazwischen eine ganze Stadt, die sich für zwei Tage selbst zur Bühne macht.

Stadtfest Neunkirchen
Freitag, 26. Juni 2026, ab 17 Uhr / Samstag, 27. Juni 2026, ab 12.30 Uhr
Innenstadt Neunkirchen (Stummplatz, Bliesterrassen, Hammergraben, Lindenallee)
Eintritt frei
Mehr Infos: www.nk-stadtfest.de

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