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HYLO Team Saar an der Spitze der Triathlon-Bundesliga – Wernz sprintet durch Tübingen zum ersten Solo-Sieg

Auf der letzten Laufrunde durch die engen Gassen der Tübinger Altstadt macht Valentin Wernz kurzen Prozess mit seinen Verfolgern – und rennt nach sieben Jahren im HYLO Team Saar endlich zu seinem ersten Solo-Sieg in der 1. Triathlon-Bundesliga.

Sieben Jahre ist Valentin Wernz nun schon für das HYLO Team Saar unterwegs, seit 2019, mit Podestplätzen, mit Mannschaftstiteln, aber ohne einen einzigen Einzelsieg in der höchsten deutschen Liga. Der gebürtige Spaichinger, der seit 2014 am Bundesstützpunkt in Saarbrücken trainiert, hat in dieser Zeit so ziemlich alles gesammelt, was diese Liga zu bieten hat – nur den einen Moment nicht: sich selbst als Ersten über die Ziellinie laufen zu sehen. Am Sonntag, beim zweiten Saisonrennen des Mey Generalbau Triathlon Tübingen, änderte sich das. Auf der letzten der beiden Laufrunden durch die Altstadt löste sich Wernz von seiner Ausreißergruppe wie jemand, der eine Verabredung nicht verpassen will, und lief solo ins Ziel – nach 50:19 Minuten, mit neun Sekunden Vorsprung auf Fabian Kraft von DSW12 Darmstadt. „Ich habe mich schon beim Schwimmen gut gefühlt. Dann habe ich nach der ersten Runde bergab eine Lücke aufgemacht. Dann habe ich mich relativ sicher gefühlt. Es war mega cool“, sagte er danach im Zielinterview – so lakonisch, wie man eben klingt, wenn man gerade sieben Jahre Wartezeit abgeschüttelt hat.

Quelle: (c) DTU / Plan P.

Der Kader zeigte, wie sich das Team gerade neu sortiert: Neben den Routiniers Wernz und Emil Holm liefen mit Luca Fahrenson und Sebastian Ziekman Benitez zwei Neuzugänge auf. Der Rennverlauf hatte schon im Wasser seine Weichen gestellt. Wernz schwamm sich in eine fünfköpfige Spitzengruppe, sauber und ohne Umwege, während Holm und Ziekman Benitez sich zunächst in der ersten Verfolgergruppe hielten und Fahrenson erst auf dem Rad nachlegte, um in der zweiten Runde zur Führungsgruppe aufzuschließen. Diese Spitzengruppe baute ihren Vorsprung aufs Feld kontinuierlich aus und machte den Tagessieg schon vor der letzten Laufrunde unter sich aus – bis zum Schluss blieb es dort seltsam ruhig, kein frühes Antesten, kein Nervenflattern, eher das Schweigen vor einem Pokerblatt, bei dem jeder wartet, wer zuerst nachlegt. Wernz war derjenige, der zuerst nachlegte, und die anderen hatten keine Antwort mehr.

Tübingen ist für die Bundesliga kein neuer Schauplatz, eher eine Rückkehr: Zwischen 2015 und 2019 war die Universitätsstadt bereits fester Programmpunkt, seit 2023 gehört sie wieder zum Kalender. Die Strecke nutzt, was die Stadt hergibt – Schwimmen im Neckar, Radfahren auf einem schnellen Kurs an der historischen Altstadt entlang, und zum Schluss zwei Laufrunden durch Gassen, die für einen Sprinttriathlon eigentlich zu eng wirken. Als würde jemand eine Verfolgungsjagd durch eine mittelalterliche Kulisse drehen und dabei vergessen, dass hier eigentlich Fußgänger und nicht Stuntteams unterwegs sind.

Foto: Robin Weiss / edelweiss

Für das HYLO Team Saar war es der zweite Tagessieg im zweiten Rennen der Saison. Schon der Auftakt im Kraichgau, dort erstmals im neuen Team-Relay-Format ausgetragen, ging an die Mannschaft – wenn auch denkbar knapp, mit nur sechs Sekunden Vorsprung auf Team Berlin. In Tübingen fiel die Entscheidung deutlicher: Mit einer Platzziffer von 11 – der Summe der drei besten Einzelergebnisse – ließ das Team die Konkurrenz aus Süßen und von den Weimarer Ingenieuren klar hinter sich. Fahrenson, in seinem erst zweiten Einsatz für das Team, verteidigte nach kurzem Einbruch am Ende der ersten Laufrunde tapfer Rang vier. Ziekman Benitez kämpfte sich aus der Verfolgergruppe noch bis auf Platz sechs vor, Holm rundete das Ergebnis ab – drei Athleten des Teams landeten unter den besten zehn. Nach zwei Rennen führt das HYLO Team Saar die Bundesliga-Gesamtwertung nun nach eigenen Angaben mit komfortablem Vorsprung an.

Zeit zum Feiern bleibt kaum: Schon am kommenden Wochenende geht es weiter, diesmal deutlich weiter nördlich, zu den Finals 2026 am Steinhuder Meer bei Hannover. Wernz hat inzwischen immerhin einen Grund mehr, sich auf den Start zu freuen.

Foto: Robin Weiss / edelweiss

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