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So sieht ein fast perfektes Rallye-Wochenende aus – Schulz und Lade siegen in Weiz

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Die Wetter-App schien in Weiz im Shuffle-Modus zu laufen. Timo Schulz fand ausgerechnet am Samstagmorgen die richtige Antwort auf Asphalt, der seine Meinung ständig änderte.

Eine halbe Sekunde ist im Alltag kaum mehr als ein Blinzeln. Bei einer Rallye reicht sie, um eine Nacht lang als Führender schlafen zu gehen – und trotzdem zu wissen, dass der Verfolger im Rückspiegel kaum kleiner geworden ist. Timo Schulz hatte die erste Etappe der Rallye Weiz genau 0,5 Sekunden vor dem Franzosen Tom Dufour beendet. Am Samstagmorgen wurde aus diesem hauchdünnen Vorsprung ein Polster: Der Saarländer aus Siersburg und seine Beifahrerin Maresa Lade setzten in der vierten Wertungsprüfung auf die passenden Reifen und fuhren die mit Abstand schnellste Zeit. Rund 30 Sekunden lagen danach zwischen ihnen und Dufour.

Schulz musste nun nicht mehr jede Kurve behandeln, als wäre sie die letzte Szene eines Actionfilms. Er hielt den Vorsprung zusammen, ohne das Tempo herauszunehmen, und gewann fünf der elf Wertungsprüfungen. Im Ziel stand sein zweiter Sieg im dritten Saisonlauf des ADAC Opel GSE Rally Cup. Dass der 26-Jährige den Opel Mokka GSE Rally außerdem auf Gesamtrang 13 stellte, gab diesem Erfolg ein zweites Gewicht: Er fuhr damit weit hinein in ein Feld, in dem auch allradgetriebene Autos unterwegs waren.

Auch technisch war Weiz eine Premiere. Zum ersten Mal absolvierten die elektrischen Opel alle 140,5 Prüfungskilometer einer Veranstaltung und tauchten deshalb auch im Gesamtklassement auf. Möglich machte das eine mobile Ladeinfrastruktur, die dorthin fährt, wo die Energie gebraucht wird. Acht sogenannte Charging Cubes gehören zu jedem Ladetruck; zusammen können sie bis zu 16 Rallyeautos gleichzeitig laden. In der Steiermark kam der Strom zum Nachladen laut ADAC vollständig aus erneuerbaren Quellen. Das klingt zunächst nach Logistikseminar, brachte die Autos in Weiz aber über alle elf Wertungsprüfungen.

Für Schulz ist der Umgang mit dem Stromer kein Seitenausflug. 2022 gewann er bereits den damaligen ADAC Opel e-Rally Cup und stieg anschließend ins ADAC Opel Rally Junior Team auf. In dieser Saison fährt er mit Lade parallel in der Junior-Europameisterschaft: Nach dem Sieg beim Auftakt in Schweden und Platz zwei in Rom führte das Duo dort nach zwei Läufen die Gesamtwertung an. In Weiz saßen beide wieder im Mokka, der bis zu 207 kW oder 281 PS leistet. Schulz sagte anschließend, die Rallye hätte für sie kaum besser laufen können. An diesem Wochenende war das keine Siegerfloskel, sondern ließ sich an der vierten Prüfung ziemlich genau festmachen.

Ganz erledigt ist die Sache in der Cup-Tabelle trotzdem nicht. Dufour kam zum dritten Mal nacheinander als Zweiter ins Ziel und übernahm mit 88 Punkten die Führung. Der Waliser Ioan Lloyd folgt mit 85 Punkten, Schulz hat 69 und damit 19 Zähler Rückstand. Dahinter stehen Dante Johansson mit 48 und Claire Schönborn mit 45 Punkten. Vier der sieben Läufe sind noch übrig, doch der nächste besitzt für Schulz einen besonderen Klang: Bei der Saarland-Pfalz Rallye fährt der Cup erstmals im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft – für den Siersburger fast vor der Haustür.

Vormerken: ADAC Saarland-Pfalz Rallye: Freitag, 14. August 2026, Start um 16.30 Uhr in Illingen; Samstag, 15. August 2026, Re-Start um 8.30 Uhr und Zielpodium um 18.30 Uhr in Illingen. Eintritt: 10 Euro je Wertungsprüfung, Wochenendticket inklusive Programm 25 Euro; Kinder unter 14 Jahren frei. Zeitplan vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und organisatorischer Änderungen.

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