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Mit Freibier, Fassanstich und Livemusik in der Alten Schlosserei startet Homburg in die dunkle Jahreszeit. Ein guter Anlass, sich anzuschauen, was da eigentlich im Krug landet und warum ausgerechnet der Münchner Dialekt daran schuld ist, dass es Bock heißt.
Wenn es draußen früher dunkel wird und die Jacken dicker werden, schlägt in vielen Brauereien traditionell die Stunde der starken Biere. In Homburg wird sie am Samstag, 7. November, mit der Homburger Bocknacht ganz offiziell eingeläutet. Ab 16 Uhr gibt es das Karlsberg Bockbier der neuen Saison auf dem Historischen Marktplatz und gleichzeitig in mehreren Lokalen der Innenstadt. Gebracht wird es standesgemäß vom Karlsberg Bock, der bis in die Nacht durch die Innenstadt zieht.
Der erste Höhepunkt ist der offizielle Fassanstich um 17 Uhr auf dem Marktplatz, wo mehr als 100 Krüge Freibier auf die Schnellsten warten. Dazu gibt es passende Speisen und einen Karlsberg-Stand mit exklusiven Merchandise-Artikeln. Parallel schenken Ohlio, Vinoh, Stehschoppe, 1680, Old Dublin und Marktgässje bis in die Nacht das Bockbier aus, und in der Alten Schlosserei spielt die Band Radiosolid für alle, die zwischen zwei Krügen auch noch tanzen wollen.

Wie aus Einbeck ein Bock wurde
Die meisten verbinden Bockbier mit Bayern, seine Wurzeln liegen aber im niedersächsischen Einbeck. Dort bekamen die Bürger mit dem Stadtrecht von 1240 auch das Recht zu brauen, und ihr starkes, lange haltbares Bier wurde bis nach Italien gehandelt. Ab 1555 kaufte es auch der Münchner Hof der Wittelsbacher, bis Herzog Wilhelm V. der Import schlicht zu teuer wurde. 1589 gab er deshalb ein eigenes Hofbräuhaus in Auftrag, das 1592 in Betrieb ging. Den entscheidenden Schritt machte 1614 sein Nachfolger Maximilian, der den Einbecker Braumeister Elias Pichler nach München holte. Pichler braute dort das „Ainpöckisch Bier“, und im Münchner Volksmund wurde daraus mit der Zeit der „Bock“. Der Ziegenbock auf so vielen Etiketten ist streng genommen also ein Wortspiel.
Stark per Verordnung
Was sich Bock nennen darf, ist in Deutschland sogar gesetzlich geregelt. Die Bierverordnung erlaubt die Bezeichnung Bockbier nur bei mindestens 16 Prozent Stammwürze. Gemeint ist der Anteil gelöster Stoffe in der Würze vor der Gärung, vor allem Malzzucker, und je mehr davon drin ist, desto mehr Alkohol kann entstehen. Für den Doppelbock gilt in der Brauerpraxis eine Schwelle von rund 18 Prozent, gesetzlich festgeschrieben ist sie nicht. Eingebraut wurde Starkbier traditionell im Spätherbst für den Winter. Der helle Maibock kam später als Frühjahrsvariante dazu, und in Bayern hat der Doppelbock, den einst die Paulanermönche brauten, eine lange Tradition als Fastenbier. Bei den dunklen Sorten dominiert im Glas das Malz mit Röstaromen und Karamellsüße, der Hopfen hält sich zurück und der Schaum ist cremig.

Auch der Homburger Bock gehört zu den dunklen Sorten. Karlsberg beschreibt ihn mit aromatischen Röstmalznoten und einem charaktervollen Geschmack und gibt auf seiner Produktseite 16,5 Prozent Stammwürze und 6,6 Prozent Alkohol an. Damit liegt er knapp über der gesetzlichen Schwelle und ein gutes Stück über dem Feierabendpils, was man beim zweiten Freibierkrug im Hinterkopf behalten sollte.
Eine zweite Gelegenheit gibt es eine Woche später in Saarlouis. Dorthin zieht der Karlsberg Bock am 14. November weiter, um das Bockbier in die Gastronomie zu bringen. Weitere Details will die Brauerei noch bekannt geben.
Homburger Bocknacht · Sa 7.11.2026, ab 16 Uhr · offizieller Fassanstich um 17 Uhr auf dem Historischen Marktplatz Homburg, mehr als 100 Krüge Freibier · Teilnehmende Gastronomie: Ohlio, Vinoh, Stehschoppe, 1680, Old Dublin, Marktgässje · Livemusik: Radiosolid in der Alten Schlosserei · Nächste Station: Saarlouis am 14.11.2026





