Am 2. Oktober, dem Vorabend des Tags der Deutschen Einheit, soll im ganzen Saarland sichtbar werden, was Demokratie im Alltag ausmacht. Sieben Institutionen laden Vereine, Kultureinrichtungen und Einzelpersonen ein, dafür eigene Programmpunkte beizusteuern.
Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Saarland die Bundesratspräsidentschaft inne und richtete deshalb das zentrale Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit aus: Rund 400.000 Menschen kamen an jenem Wochenende nach Saarbrücken, wo mehr als 600 Künstler auf über 20 Bühnen auftraten. Aus dem Schwung dieser Tage soll nun etwas Dauerhaftes werden. Nicole Boissier, Direktorin der Volkshochschule des Regionalverbands Saarbrücken, wird vom Onlinemagazin Opus mit der Begründung zitiert, der Zusammenhalt, der zwischen den beteiligten Organisationen entstanden sei, solle nicht einfach verpuffen, sondern weiterentwickelt werden – gerade weil es kaum je wichtiger gewesen sei, dass sich die Anhängerinnen und Anhänger von Demokratie und Rechtsstaat sichtbar zeigten.
Vereine, Kultureinrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen können sich mit eigenen Beiträgen beteiligen, von Workshops über Lesungen und Ausstellungen bis zu Theaterformaten, Filmabenden oder Aktionen im öffentlichen Raum. Wichtig ist den beteiligten Institutionen weniger ein einheitliches Format als ein gemeinsamer Abend, der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Überzeugung miteinander ins Gespräch bringt.
Sieben Organisationen, ein gemeinsamer Kalender
Getragen wird die Aktion von der Volkshochschule des Regionalverbands Saarbrücken, der Stiftung Demokratie Saarland, der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes, der Europäischen Akademie Otzenhausen, der ASKO Europa-Stiftung, dem Adolf-Bender-Zentrum und dem Verband der Volkshochschulen des Saarlandes. Wer selbst einen Programmpunkt anbieten möchte, trägt ihn auf der Plattform lndd.saarland ein, die zugleich als landesweiter Veranstaltungskalender dient und Beispiele für mögliche Formate liefert.
Vom Augsburger Pilotprojekt zur bundesweiten Bewegung
Die Idee stammt nicht aus dem Saarland. Bereits 2012 initiierte Dr. Christian Boeser in Augsburg die erste Lange Nacht der Demokratie. Seit 2018 trägt die Stiftung Wertebündnis Bayern das inzwischen landesweite bayerische Programm. Zwischen 2024 und 2025 wagten mit Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein die ersten Bundesländer außerhalb Bayerns diesen Schritt. Mit dem Saarland kommt 2026 ein weiteres Land hinzu – nur ein Jahr, nachdem das kleine Bundesland als Gastgeber der Einheitsfeierlichkeiten bundesweite Aufmerksamkeit bekommen hatte.
Wie viele Beiträge bis zum 2. Oktober tatsächlich zusammenkommen, entscheidet sich erst in den kommenden Wochen, denn jede beteiligte Organisation trägt ihren eigenen Termin selbst in den Kalender ein, und die Liste soll bis zum Abend selbst weiterwachsen.
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