Auf seinem Theaterschiff Maria-Helena in Saarbrücken erzählt Frank Lion das Grimm’sche Märchen vom Fischer und seiner Frau neu – mit Cellomusik von Bach bis Star Wars und mit sich selbst wieder auf der Bühne seines Schiffs.
„Ich bin Fritz. Nachname: Fischer. Beruf: Fischer.“ Mit dieser trockenen Selbstvorstellung beginnt die Titelfigur ihre Geschichte in „Herr Fischer und seine Frau“ – und schon ist klar, dass Frank Lion das Grimm’sche Märchen nicht als ehrfürchtige Nacherzählung anlegt. Der Regisseur und Gründer der 1981 entstandenen TheaterCompagnie Lion zieht es für die Produktion selbst wieder auf die Bühne seines Theaterschiffs.
Ilsebill, die Frau des Fischers, lebt mit ihm in einem alten Wohnwagen am Meer – und findet sich damit bald nicht mehr ab: Weder WLAN noch Appartement oder Schloss reichen ihr, sie will über alles und jeden bestimmen. Erst an Sonne und Mond verhebt sie sich. Humorvoll und poetisch holt Lion den alten Stoff in die Gegenwart, ohne seiner Botschaft die Zähne zu ziehen: Maßlose Gier führt in den Untergang.
Für die klangliche Atmosphäre sorgt Adriana Schubert, Cellistin der Deutschen Radio Philharmonie: Sie spielt Bach, Elgar, Saint-Saëns, Schostakowitsch und Franz Schubert, ehe zwischendurch sogar Darth Vader musikalisch das Wort ergreift. Bühne ist die Maria-Helena selbst, ein 1911 in Straßburg gebauter, einst von Pferden gezogener Lastkahn: Lion kaufte ihn 2006, ließ ihn umbauen und macht seither, seit Mai 2007, den Laderaum an seinem Heimathafen am Willi-Graf-Ufer zur Spielstätte – 2008 zeichnete der Bundespräsident das Schiff als „Ausgewählten Ort“ aus.
Vorstellungen (rund 45 Minuten, ab 4 Jahren) Theaterschiff Maria-Helena, Willi-Graf-Ufer, Saarbrücken Premiere: Samstag, 19.9.2026, 16 Uhr Sonntag, 20.9., 16 Uhr Mittwoch, 23.9., 15 Uhr Sonntag, 27.9., 16 Uhr Karten und Infos: TheaterCompagnie Lion


