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Luca Kleinbauer vom La Maison Hotel in Saarlouis ist Deutsche Jugendmeisterin im Restaurantfach

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Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Gastgewerbe in Mainz setzt sich die 26-Jährige gegen den Nachwuchs aus ganz Deutschland durch. Für das Saarland ist es nach Angaben des DEHOGA Saarland der erste Titel in dieser Sparte.

Ein Filetgulasch Stroganoff direkt am Tisch zubereiten, flambieren und fachgerecht anrichten gehört im Restaurant zum Handwerk, nur steht dort selten eine Jury daneben. In Mainz stand eine daneben, und Luca Kleinbauer, 26, aus Saarbrücken, die im La Maison Hotel in Saarlouis arbeitet, kam mit Gold zurück. Seit gut einer Woche ist sie Siegerin der 44. Deutschen Jugendmeisterschaften im Gastgewerbe bei den Fachleuten für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, wie ihr Beruf offiziell heißt, und damit die beste Nachwuchskraft Deutschlands in ihrem Fach.

Das Haus am Prälat-Subtil-Ring, früher Sitz des Oberverwaltungsgerichts, hat damit eine Deutsche Jugendmeisterin in den eigenen Reihen. Entschieden wurde das vom 16. bis 19. Oktober im FAVORITE Parkhotel in Mainz, wo 51 Nachwuchskräfte aus den 17 Landesverbänden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA in den Berufen Hotelfach, Restaurant und Küche gegeneinander antraten. Bei der Siegerehrung würdigte auch Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder die Leistungen der Teilnehmenden.

Gold für gelebte Gastfreundschaft: Luca Kleinbauer vom La Maison Hotel in Saarlouis schrieb bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Geschichte. Als erste Saarländerin holte sie den Titel bei den Fachleuten für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie – Foto: DEHOGA Saarland/Annalena Meyer

Mit dem ganz großen Wurf hatte die frischgebackene Jugendmeisterin selbst nicht gerechnet, dabei war ihr Talent früh aufgefallen. Schon im zweiten Lehrjahr war sie Anfang Februar Saarlandmeisterin geworden, und wie ihre beiden späteren Teamkollegen, die in ihren Berufen ebenfalls Landessieger wurden, löste sie damit das Ticket nach Mainz. Ihre Gefühlslage beschrieb sie so: „Während des gesamten Wettbewerbs hatte ich ein gutes Gefühl. Gleichzeitig wusste ich, wie stark die Konkurrenz ist. Jetzt bin ich völlig aus dem Häuschen und habe auch schon ein kleines Tränchen verdrückt.“

Gala-Dinner, Flambieren und Theorie

Am Samstag standen schriftliche Prüfungen an, am Sonntagabend das festliche Gala-Dinner, das für Kleinbauer der Gradmesser ihres Könnens war. Dabei kam es auf aufmerksamen Service, sichere Abläufe und ein Gespür für die Gäste an, während in der Küche die letzten Handgriffe an den Menüs saßen. „Das Bankett hat Spaß gemacht, da hat alles gesessen. Damit war ich super zufrieden“, sagte sie. Auch die Theorie habe gepasst, bei anderen Aufgaben habe sie sich dagegen „etwas schwergetan“. Zu den Aufgaben der Restaurantfachleute gehörten neben dem Stroganoff am Gast die fachgerechte Getränkeherstellung und das Eindecken der Tische für das Wettbewerbsessen, dazu kam eine Kreativaufgabe, die sie gemeinsam mit den Hotelfachleuten löste.

Den Erfolg wollte sie nicht allein für sich verbuchen. „Mein Dank gilt neben unserem Team auch meinen beiden Mitstreitern. Sie haben mich sehr gepusht. Ohne sie wäre das alles nicht das geworden, was es jetzt ist.“

Vier Gänge für zehn Personen

Einer dieser Mitstreiter ist Lukas Duttlinger, 21, vom Hämmerles Restaurant in Blieskastel, der bei den Köchen auf Platz sechs kam. Er musste aus einem vorgegebenen Warenkorb ein Vier-Gang-Menü für zehn Personen kreieren und zubereiten, vorgesehen waren Poularde mit Feigen, ein vegetarischer Gang mit Edamame und Mozzarella, Lamm mit Pak Choi und zum Abschluss ein Dessert aus Birnen, Quark und dunkler Schokolade. Die Aromen sollten harmonieren, Timing und Präsentation stimmen, und das alles unter den Augen der Jury und mit einer Uhr, die keine Gnade kennt.

Vier Gänge, zehn Gäste und eine unerbittlich tickende Uhr: Lukas Duttlinger von Hämmerles Restaurant in Blieskastel stellte sein Können am Herd unter Beweis und erkochte sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften einen starken sechsten Platz.
– Foto: DEHOGA Saarland/Annalena Meyer

Sein Fazit fällt zweigeteilt aus: Praktisch sei es gut gelaufen, die Theorie dagegen „etwas durchwachsen“. „Aber alles in allem war es solide“, sagte er. „Trotzdem bin ich mit mir zufrieden.“ Am meisten nimmt er die Erfahrungen abseits der Wertung mit nach Hause. „Man lernt unglaublich viel.“

Ein Reisepaket für die Bregenzer Festspiele

Bei Maya Sonnenrein, 23, aus Habkirchen, die im Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken arbeitet, ging es neben Gastgeberqualitäten auch ums Rechnen. Als Hotelfachfrau sollte sie ein Reisepaket für den Sommer 2027 rund um die Bregenzer Festspiele entwickeln, die Preise kalkulieren und das Konzept der Jury präsentieren. Dazu kamen praktische Prüfungen in Housekeeping, EDV und Rezeption, und beim Gala-Dinner stand sie ebenfalls im Service. Am Ende reichte es für Rang fünf, womit sie selbst kaum gerechnet hatte. „Eigentlich hatte ich gar kein so gutes Gefühl und hätte nicht gedacht, dass ich unter die besten Zehn komme. Deshalb bin ich jetzt umso überraschter. Aber ich glaube, ich bin auch immer sehr streng mit mir. Anscheinend kann ich doch mehr, als ich dachte“, sagte sie lachend.

Von der Reisekalkulation bis zum festlichen Gala-Dinner: Maya Sonnenrein vom Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken bewies in Mainz ihre Vielseitigkeit und belohnte sich mit einem hervorragenden fünften Platz bei den Hotelfachleuten. – Foto: DEHOGA Saarland/Annalena Meyer

Platz vier im Team, Medaillen in den Vorjahren

In der Mannschaftswertung landete das Trio auf Rang vier, auf dem Podium standen Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg. Die Einzelgolds gingen im Hotelfach an Pia-Emily Kittel vom Hotel Waldkrug in Delbrück (Nordrhein-Westfalen) und bei den Köchen an Katharina Möhrle vom Wellness Hotel Tanne Tonbach in Baiersbronn (Baden-Württemberg). „Für mich stehen wir als Team ohnehin auf Platz eins. Ich bin sehr stolz auf uns“, sagte Sonnenrein.

Das Saarland hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften zuletzt mehrfach vorn mitgemischt. 2023 holte die Auswahl Mannschaftssilber und zweimal Bronze, nach Angaben des DEHOGA Saarland ein Ergebnis, wie es in mehr als 40 Jahren nicht vorgekommen war. Ein Jahr später gewann der Koch Dennis Schneider Gold, dazu kamen Bronze im Hotelfach und wieder Silber im Team. Kleinbauers Titel ist laut DEHOGA Saarland der erste Meistertitel des Landes in dieser Berufssparte. „Ich freue mich so unglaublich, das kann sich niemand vorstellen“, sagte DEHOGA-Saarland-Präsident Michael Buchna nach der Siegerehrung. „Das war eine Top-Leistung. Darauf können alle drei stolz sein – denn wir sind es ebenfalls.“ Sein besonderer Dank galt den Ausbildungsbetrieben und allen, die das Trio auf dem Weg nach Mainz begleitet und unterstützt haben.

Die erfolgreiche Zukunft des Gastgewerbes auf einem Bild: Die 51 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 44. Deutschen Jugendmeisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen in Mainz. – Foto: DEHOGA/ Thomas Fedra

Das saarländische Team bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2026
Luca Kleinbauer (26), La Maison Hotel, Saarlouis: 1. Platz, Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
Maya Sonnenrein (23), Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken: 5. Platz, Hotelfach
Lukas Duttlinger (21), Hämmerles Restaurant, Blieskastel: 6. Platz, Köche
Mannschaft: 4. Platz (Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg auf dem Podium)

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