Bei den Neunkircher Nächten gehört die Bühne im September Vanessa Mai. Die Chartstürmerin bringt eine Karriere mit, die auf dem Hip-Hop-Parkett begann und sich längst nicht mehr von einem einzigen Genre erklären lässt.
Bevor Vanessa Mai mit Schlager die Charts eroberte, tanzte sie Hip-Hop. Mit 15 gewann sie mit ihrer Formation die deutsche Meisterschaft und trat später bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas an. Bewegung gehört bei ihr seither zur Bühnenshow. Und eigentlich zur gesamten Karriere. Am Samstag, 5. September, kommt sie als Topact der „Neunkircher Nächte – Female Edition“ mit ihrem Programm „Sommernächte 2026“ in die Neue Gebläsehalle. Zwölf Tage später beginnt in Kiel ihre „Traumfabrik Tour“. Das nächste Kapitel wartet also schon.
Bekannt wurde Vanessa Mai mit dem Schlagerprojekt Wolkenfrei. Spätestens „Ich sterb für dich“ machte sie 2016 auch unter eigenem Namen zu einer der großen Stimmen des Genres. Die Karriere hätte bequem auf dieser Spur weiterlaufen können, Mai wollte mehr Bewegungsfreiheit. „Regenbogen“ und „Schlager“ erreichten Platz eins der deutschen Albumcharts, „Für immer“ kam auf Platz zwei. Auch „Mai Tai“, „Metamorphose“, „Matrix“ und zuletzt „Traumfabrik“ landeten in den Top Ten. Eine bemerkenswert verlässliche Erfolgsserie für eine Künstlerin, die sich musikalisch immer wieder von ihrem Ausgangspunkt entfernt hat.
Der Schlager blieb, die Grenzen wurden beweglicher
Mai arbeitete mit Rappern wie Olexesh, Sido und Civo, probierte elektronische Sounds aus und erweiterte den Hochglanz-Popschlager um Dance und modernen Deutschpop. Wer hierzulande einmal als Schlagersängerin einsortiert ist, bekommt die Schublade schließlich gratis dazu. Mai machte daraus ein fortlaufendes Arbeitsprinzip: ausprobieren, zurückkehren, das nächste Etikett ebenfalls nicht allzu ernst nehmen.
Auch abseits der Musik blieb Mai sichtbar: Sie spielte mit Axel Prahl im ARD-Film „Nur mit Dir zusammen“ und baute sich über soziale Medien eine eigene Marke auf. „Traumfabrik“ erschien 2025 mit 13 Titeln. 2026 folgte mit „Rohdiamant“ die erste Veröffentlichung über MaiMusic. Im Herbst organisiert sie die „Traumfabrik Tour“ erstmals über MaiLive selbst. Aus Vielseitigkeit ist ein Geschäftsmodell geworden, das Mai zunehmend selbst steuert.
Petra Williams ist wieder dahemm
Bevor Vanessa Mai übernimmt, gehört die Bühne einer Saarländerin. Petra Williams zog mit ihrer Gitarre durch die USA, besuchte die Los Angeles Music Academy und lebte später in Berlin und am Bodensee. Irgendwann zog es sie wieder heim. Mit der EP „Immer widda hemm“ und dem Album „Johrelang“ machte sie das Saarländische zur Popsprache; 2025 folgten die Single „Wir kamen so weit“ und ihre eigene „Arsch hoch – Königinnen Tour“. Das klingt deutlich weniger nach beschaulichem Vorprogramm, als das Wort Support vermuten lässt.

Der Konzertabend beginnt um 20 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr. Die Sparkasse Neunkirchen unterstützt die Reihe, die vom 29. August bis 24. September Frauen und weiblich geführte Acts in den Mittelpunkt stellt. Beyond The Black, Alice Hoffmann und Bettina Koch, Anna Depenbusch mit dem Kaiser Quartett, Vanessa Mai und Nicole bringen dabei sehr verschiedene Vorstellungen von „Female Edition“ in die Gebläsehalle. Vanessa Mai passt genau in diese Spannweite – als Popsängerin mit Schlagerfundament, Tänzerin mit Geschäftssinn und Künstlerin, die auch nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren ungern dort stehen bleibt, wo andere sie einsortiert haben. Am 5. September führt ihr Weg für einen Abend in die Neue Gebläsehalle.
Vanessa Mai: „Sommernächte 2026“
Support: Petra Williams
Samstag, 5. September 2026, 20 Uhr; Einlass ab 19 Uhr
Neue Gebläsehalle, An den Hochöfen 1, 66538 Neunkirchen
Tickets bei Ticket Regional: 56 Euro für Stehplätze, 60,40 Euro für Sitzplätze. Karten gibt es außerdem über CTS Eventim, über die Ticket-Regional-Hotline 0651 9790777 sowie unter www.nk-kultur.de.
Rollstuhlplätze befinden sich laut Ticket Regional im Stehbereich.



