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Forderung nach Artikel 3+: Was hinter dem diesjährigen CSD SaarLorLux in Saarbrücken steckt

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In der europäischen Großregion hat sich der Christopher Street Day (CSD) SaarLorLux über Jahrzehnte als eine der zentralen Plattformen für die Rechte queerer Menschen etabliert. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 verbindet er die Communitys aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg und zieht regelmäßig bis zu 100.000 Besucher in die saarländische Landeshauptstadt. Am Wochenende des 30. und 31. Mai 2026 kehrt die Veranstaltung unter dem Motto „Ja, ich will – ins Grundgesetz! Artikel 3+ jetzt!“ zurück nach Saarbrücken, um neben dem festlichen Charakter eine drängende verfassungsrechtliche Forderung in den Mittelpunkt zu stellen.

Der veranstaltende LSVD+ Verband Queere Vielfalt Saar thematisiert damit die seit langem diskutierte Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes. Ziel ist es, den Schutz vor Diskriminierung explizit auf die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität auszuweiten. Trotz entsprechender Absichten im Koalitionsvertrag von 2021 und eines Bundesratsentwurfs aus dem Jahr 2025 fehlt das Vorhaben in der aktuellen politischen Agenda auf Bundesebene. Die Dringlichkeit begründen die Organisatoren unter anderem mit einem signifikanten Anstieg queerfeindlicher Hasskriminalität, die im vergangenen Jahr bundesweit über 2.000 registrierte Fälle erreichte.

Das Programm beginnt am Samstag, den 30. Mai, ab 15:00 Uhr mit der traditionellen „Regenbogenmeile“ in der Mainzer Straße. Neben Informationsständen und kulinarischen Angeboten bietet die Bühne bis 23:00 Uhr Raum für Kultur und Politik. Die saarländische Drag-Queen Michelle de la Rose führt durch den Abend, der unter anderem Auftritte des Pop-Duos Lina Bó und der Synthie-Pop-Formation Part of the Art bereithält. Ein besonderer Moment erwartet das Publikum beim Auftritt von Lina Bó: Ihr Song „Wir waren hier“, entstanden in Zusammenarbeit mit der im März 2025 verstorbenen Künstlerin AnNa R., wird als Hommage an die einflussreiche Rosenstolz-Sängerin präsentiert. Um 17:00 Uhr rückt zudem die bevorstehende saarländische Landtagswahl in den Fokus einer politischen Podiumsdiskussion.

Der Sonntag steht im Zeichen der großen CSD-Parade, die sich um 14:00 Uhr vor dem Landtag in der Franz-Josef-Röder-Straße in Bewegung setzt. Nach dem Zug durch die Innenstadt verlagert sich das Geschehen zurück in die Mainzer Straße. Dort moderiert Karlie Kant das weitere Bühnenprogramm mit Gästen wie Maurice Conrad, einer nichtbinären Rap-Artist*in aus Mainz, sowie der Band von Angela Lentzen. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger begleitet das Event erneut als Schirmfrau und wird nach der Parade gemeinsam mit Oberbürgermeister Uwe Conradt ein Grußwort sprechen. Ein stiller Moment der Reflexion ist mit einer Gedenkminute für verstorbene Mitglieder der Community vorgesehen, die musikalisch von dem Künstler Henri begleitet wird.

Foto: Quino Al

Trotz der politischen Herausforderungen auf Bundesebene blickt das Saarland auf eine positive lokale Entwicklung: Im Vielfaltsbarometer 2025 der Robert Bosch Stiftung belegte das Bundesland den ersten Platz bei der Akzeptanz sexueller Orientierung. Diese regionale Offenheit bildet den Rahmen für ein Wochenende, das die Forderung nach rechtlicher Gleichstellung mit der gelebten Vielfalt der Grenzregion verknüpft.


Veranstaltungsort: Mainzer Straße und Innenstadt 66111 Saarbrücken

Termine: Samstag, 30. Mai 2026, ab 15:00 Uhr Sonntag, 31. Mai 2026, ab 14:00 Uhr (Parade ab Landtag)

Anmeldung für die Parade: Bis zum 15. Mai 2026 über das Portal anmeldung.csd-saarlorlux.de

Website: csd-saarlorlux.de

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