Die Bundesregierung will den Kassenzettel auf Thermopapier ablösen und für Betriebe ab 100.000 Euro Umsatz die offene Ladenkasse abschaffen. Für die Kundschaft bedeutet das vor allem weniger Zettel, während viele Betriebe neu rechnen müssen.
Schnell noch zwei Brötchen, einen Kaffee, und während man noch das Kleingeld sortiert, schiebt die Kasse schon einen Zettel heraus, den eigentlich meist niemand haben will. Über den Tresen muss er trotzdem, weil die Belegausgabepflicht das seit dem 1. Januar 2020 so verlangt. Seitdem ist der Bon das Lieblingsbeispiel, wann immer über deutsche Bürokratie geschimpft wird. Die Amerikaner haben dafür die berüchtigt langen Kassenzettel der Drogeriekette CVS, über die sich das Internet seit Jahren lustig macht. Aus einem davon hat der Erfinder und Webvideo-Macher Matty Benedetto 2024 sogar einen gut 15 Meter langen Teppich gebaut. Ehe hierzulande jemand auf ähnliche Ideen kommt, soll der Papierbon weitgehend verschwinden. Am 23. September hat das Bundeskabinett den Entwurf für ein „Zweites Kassengesetz“ beschlossen. Danach wird der Beleg ab dem 1. Januar 2028 standardmäßig digital bereitgestellt und nur noch gedruckt, wenn jemand ausdrücklich danach fragt.


